Der mutmaßliche Mörder einer Freiburger Studentin ist ein Flüchtling, der bereits in Griechenladn verurteilt worden sein soll. Foto: dpa

Im Fall der umstrittenen Datenbehandlung des mutmaßlichen Mörders von Freiburg hat sich nun die griechische Regierung zum ersten Mal offiziell geäußert.

Athen - Die griechische Regierung hat am späten Donnerstagabend erstmals offiziell auf den Fall des mutmaßlichen Mörders von Freiburg reagiert. Die Fingerabdrücke und die Personalien des mutmaßlichen Täters seien im europäischen Eurodac-System (Europäische Datenbank zur Speicherung von Fingerabdrücken) seit seiner Ankunft in Griechenland im Jahre 2013 eingespeichert gewesen, teilten das Bürgerschutz- und das Justizministerium mit.

„Diese Daten waren allen europäischen Sicherheitsbehörden zugänglich“, hieß es. Warum die griechische Polizei den jungen Mann nicht auf die internationale sondern nur auf die nationale Fahndungsliste gesetzt hatte, blieb offen. Der Mann war nach einer Attacke auf eine junge Frau auf der Insel Korfu zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er wurde aber im Oktober 2015 unter Auflagen freigelassen. Anschließend tauchte er unter und reiste nach Deutschland.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte am Donnerstag den griechischen Behörden im Freiburger Mordfall um den tatverdächtigen Flüchtling Vorwürfe gemacht. Zentral geht es um die Frage, warum den deutschen Behörden bei der Einreise des mutmaßlichen Afghanen im November 2015 eine griechische Vorstrafe wegen versuchten Mordes nicht aufgefallen ist. De Maizière warf Griechenland vor, den Mann nach Verstößen gegen Bewährungsauflagen nicht international zur Fahndung ausgeschrieben zu haben. Der afghanische Flüchtling sitzt in Untersuchungshaft, weil er eine 19 Jahre alte Studentin vergewaltigt und ermordet haben soll.

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