Athina Giasta ist traurig darüber, dass sie nur tatenlos zusehen kann, wie es ihrer Heimat und ihren Verwandten und Bekannten in Griechenland ergeht. Foto: Annina Baur

Das griechische Volk muss die möglichen Sparmaßnahmen tragen – dennoch ist die Bad Cannstatter Griechin Athina Giasta überzeugt, dass ein Verbleib in der Eurozone die richtige Entscheidung wäre.

Bad Cannstatt - Den Anfang der Finanzkrise hat die Bad Cannstatterin Athina Giasta noch hautnah mitbekommen. Damals lebte die 31-Jährige selbst noch in Athen. Zwar habe es schon damals Zweifel gegeben, aber irgendwie seien sich alle sicher gewesen, dass das Geld schon fließen werde. Das sehe nun ganz anders aus. „Jetzt haben die Leute wirklich Angst“, sagt Athina Giasta. Sie selbst steckt nun nicht mehr mittendrin. „Wir können nur zuschauen“, sagt sie. Trotzdem bangt sie mit ihren Verwandten und Bekannten.

„Eine Rückkehr zur Drachme ist keine Lösung“

Der Staat ist pleite, die Banken waren und sind teils geschlossen, überall kann nur noch mit Bargeld bezahlt werden. Doch das ist rar. „Natürlich versuchen alle, ihr Geld von den Konten zu holen“, sagt Athina Giasta. Sie persönlich ist überzeugt davon, dass eine Rückkehr zur Drachme keine Lösung ist. Man sei der EU und dem Euro beigetreten, das rückgängig zu machen, hält sie für einen Fehler. Und die meisten Griechen ihrer Meinung nach auch. Bei einem Referendum würde die Mehrheit dafür stimmen, trotz der Konsequenzen für den Einzelnen, die die Annahme der Spar- und Reformvorschläge mit sich bringen würde, ist sie sich sicher.

Aus persönlicher Verbundenheit gibt es für Athina Giasta und ihre Familie derzeit kaum ein anderes Thema als die Griechenlandkrise. Doch auch von außen werde sie ständig angesprochen. „Ich habe das kommen sehen“ oder „Ihr seid selber schuld“ höre sie sehr oft. Menschen, die sich etwas intensiver mit der Thematik beschäftigen, „wissen, dass die Sache nicht so einseitig ist“, sagt Giasta. Sie selbst bangt übrigens auch aus ganz persönlichen Gründen, wie es wohl weitergeht: „Ich heirate am 1. August in Griechenland“, sagt sie. Sie könne für die Feier natürlich genug Bargeld mitnehmen. Aber sie fragt sich, ob die eingeladenen Gäste überhaupt kommen können.

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