Nachdenklich, kritisch – kein seltener Gesichtsausdruck Greta Thunbergs. Foto: dpa/Kirsty Wigglesworth

In israelischen Büroküchen hängen Mitarbeiter das Konterfei der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg auf. Das soll vor der Verwendung von Plastikbesteck und Einwegbechern abschrecken.

Tel Aviv - Ein Nachmittag im Büro, der Zeiger auf der Uhr bewegt sich wieder einmal in Zeitlupe in Richtung Feierabend und die Kollegen schlappen nach und nach zur Kaffeemaschine. Schnell ein paar Knöpfe gedrückt und mit dem hoffentlich leistungssteigernden Wachmacher zurück an die Arbeit. Dem dröge klingenden Arbeitsalltag verpassten Angestellte verschiedener Unternehmen in Israel nun einen humorvollen Wink.

Wie die Tel Aviver Tageszeitung „Haaretz“ berichtet, haben Mitarbeiter verurteilend dreinschauende Konterfeis der schwedischen Umweltaktivistin Greta Thunberg neben Einwegbecher, Plastikbesteck und -teller positioniert. „Greta Shaming“ wurde das Phänomen bereits getauft, das auf die Reduzierung von Plastikmüll und Wegwerfverpackungen aufmerksam macht. Wahlweise werden nach Koffein dürstende Arbeitskräfte mit nachdenklichen Posen und mahnenden Blicken der 16-Jährigen konfrontiert. Schamgefühl und Gewissensbisse sollen zum Umstieg auf recycelbare oder mehrfache verwendete Küchenutensilien hinweisen – auf Einweg soll verzichtet werden.

Eine „Haaretz“-Journalistin hat die Fotos der Aktion auf Twitter verbreitet.

„How dare you“, eine Anspielung auf die virale Rede Thunbergs vor der UN-Klimakonferenz im September.

„Greta Shaming“ ist in in Israel zu einem kleinen Trend geworden.

In diesem Fall gefiel nicht allen Mitarbeitern die Idee.

Die Stadt Tel Aviv hat erst vor kurzem ein Gesetz beschlossen, das Einwegbecher in Schulen und Kindergärten verbietet. Im weltweiten Vergleich verbraucht Israel pro Kopf die zweitgrößte Menge an Einwegplastik. Am Mittwoch hatt das Bundeskabinett in Deutschland eine Änderung des Verpackungsgesetzes beschlossen, das Händlern die Weitergabe leichter Plastiktüten untersagt.

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