Der Schweinswal ist der einzige heimische Wal an Deutschlands Küsten – und massiv bedroht. Foto: dpa/Ingo Wagner

Die Umweltorganisation Greenpeace schlägt Alarm: Die Nord- und Ostsee brauchten endlich „echte Schutzgebiete“, sonst würden durch die „massiven Umweltbelastungen“ weitere Lebensräume zerstört und Arten ausgerottet. Vor allem der Schweinswal sei schwer gefährdet.

Hamburg - Den Ökosystemen in Nord- und Ostsee geht es einem neuen Report der Umweltorganisation Greenpeace zufolge schlechter denn je. „Unsere Meere werden geplündert, zerstört und verschmutzt, nur für den kurzfristigen Profit – mit drastischen Folgen für die Artenvielfalt und letztlich für uns alle“, sagte der Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack in Hamburg.

Schweinswal ist stark gefährdet

Nach Angaben der Organisation schwinden die Bestände von Dorsch und Hering in der Ostsee. Auch Deutschlands einzige Walart, der Schweinswal, sei stark gefährdet. Das Tier wird etwa 1,60 Meter lang und bis zu 70 Kilogramm schwer. Schweinswale, die auch Kleiner Tümmler genannt werden, sind somit kleiner als die meisten Delfine. Zahnuntersuchungen zeigen, dass sie unter normalen Bedingungen bis zu 25 Jahre alt werden können. Ihre Lebenserwartung ist nach Angaben von Greenpeace allerdings wegen der für die Tiere negativ veränderten Umwelt stark gesunken.

Die Tiere sind scheu

Schweinswale sind – anders als Delfine – eher scheu, machen selten Luftsprünge und reiten auch nicht auf Schiffsbugwellen. Auf der Nordseeinsel Sylt lassen sie sich manchmal trotzdem vom Strand aus sichten. Und gelegentlich mischen sie sich sogar unter die Badenden.

Die Organisation Greenpeace macht sich derzeit mit ihrem Aktionsschiff „Beluga II“ auf Tour durch die Nord- und Ostsee, wo sie den Zustand der Meeresgebiete dokumentiert – und dabei auch ihren konsequenten Schutz fordert.

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