Szenen aus der „Nasse Fisch“ von Arne Jysch Foto: Carlsen

Es ist eine Leistungsschau der Branche. Am Samstag, 13. Mai, verschenken die deutschen Comic-Verlage ausgewählte Hefte. Da frohlockt der Schwabe: Den Lesestoff gibt es umsonst. In der Region beteiligen sich zehn Buchhändler an der Aktion.

Stuttgart - Es ist eine Leistungsschau der Branche. Am kommenden Samstag, 13. Mai, verschenken die deutschen Comicverlage ausgewählte Hefte. Da frohlockt der Schwabe. In der Region beteiligen sich zehn Buchhändler an der Aktion.

30 Titel sind im Angebot. Der Stuttgarter Verlag Panini lässt Spider-Man die Wand hochgehen, Doctor Who durch die Zeit reisen, Superman mit Wonder Woman rangeln – und präsentiert einen Manga. Cross Cult aus Ludwigsburg bringt die klassischen Rabauken und Zerstörer Judge Dredd, Alien und Predator zusammen, lässt aber auch eine Mädchenclique den Horror der Vorstadt erleben.

Daran merkt man schon, die Bandbreite ist eine große. Der Ehapa-Verlag, ein Gewächs der Filder, mittlerweile in Berlin unter dem Namen Egmont Ehapa im Exil, würdigt den Herrn Ingenieur Daniel Düsentrieb. Zum 65. Geburtstag des genialen Erfinders gibt es ebenfalls ein Gratisheft. Carlsen widmet sich dem schusseligen Büroboten Gaston und versucht ein bisschen vom Erfolg der Sherlock-Holmes-Filme der BBC abzuknapsen. Leicht verfremdet im Manga-Stil, aber ansonsten unverkennbar schaut einen vom Titel der Holmes-Darsteller Benedict Cumberbatch an. Rowohlt bietet einen Vorgeschmack auf das neueste Werk von Ralf König, das im Juni erscheinen wird. In „Herbst in der Hose“ befinden sich das Schwulenpärchen Konrad und Paul in den Wechseljahren, oder wie das bei Männern angeblich heißt, in der „Andropause“.

400 000 Hefte werden verschenkt

Comics verschenken, was soll das bringen? Die Verlage möchten neue Zielgruppen erschließen. Und nehmen sich ein Beispiel am Free Comic Day aus den USA. Den gibt es seit 2002. Dort werden knapp sechs Millionen Hefte verteilt. Solche Zahlen sind hierzulande utopisch. Zu lange galten Comics als Kinderkram und dämlich machend. Das hat sich geändert. Weil die Qualität der Comics gestiegen ist und weil die Branche begriffen hat, dass sie gemeinsam agieren muss. 2010 gab es den ersten Gratis-Comic-Tag, 17 Verlage waren dabei, der Ansturm auf die 180 000 Hefte war groß. Ein Erfolg. Also dürfen Comicfans und Neugierige seitdem auf die Jagd gehen. 30 verschiedene Titel sind im Angebot, 400 000 Hefte werden verschenkt. Der Andrang wird groß sein. Wer sichergehen will, dass er sein gewünschtes Heft bekommt, sollte beim Händler seiner Wahl vorbestellen.

In der Region sind die Osiander-Filialen in Stuttgart im Gerber sowie im Milaneo, in Bietigheim und Böblingen, Schorndorf und Waiblingen dabei. Sowie der Otaku-Store in Göppingen und Thalia in Ludwigsburg. Bei der Sammlerecke in Esslingen gibt es einen Comic-Flohmarkt, Zeichner Ingo Römling signiert seine Werke und die Star-Wars-Legion marschiert auf. Bei Wittwer gibt es „Nassen Fisch“. So heißt ein Krimi von Volker Kutscher über den Polizisten Gereon Rath, der im Berlin der ausgehenden 20er und beginnenden 30er Jahre ermittelt. Aus der Reihe wird gerade eine Fernsehserie. Und Zeichner Arne Jysch hat die Vorlage als Comic umgesetzt. Von 17 Uhr an ist er im Buchhaus Wittwer, um seinen Comic zu si­gnieren.

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