An der Grabkapelle auf dem Württemberg darf ab dem Sommer 2020 standesamtlich geheiratet werden. Foto: Günther Bayerl

Ungewöhnliche Trauorte gibt es in Stuttgart einige. Ab der kommenden Saison gehört auch die Grabkapelle auf dem Württemberg dazu: ein Ort, dessen Geschichte von unsterblicher Liebe erzählt.

Stuttgart-Rotenberg - Die Liste ungewöhnlicher Trauorte in Stuttgart wird länger: Mit Beginn der Hochzeit-Saison 2020 dürfen Paare standesamtlich auch an der Grabkapelle auf dem Württemberg im Stadtteil Rotenberg vermählt werden. Das teilten die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg in einer Pressemitteilung am Dienstag mit. Das historische Priesterhaus, gleich unterhalb der Kapelle gelegen, ist der künftige Trauort.

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Fünf Trautermine wird es voraussichtlich 2020 geben; die genauen Daten sollen im Sommer bekannt gegeben und auf der Homepage der Grabkapelle und der Tagespresse veröffentlicht werden. Wer will, kann zur standesamtlichen Trauung noch die Grabkapelle für Hochzeitsfotos oder den Außenbereich vor dem Priesterhaus für den anschließenden Sektempfang buchen.

Keine Parkplätze vorhanden

Allerdings sollten Paare beachten, dass die Grabkapelle inmitten der Weinberge liegt: Es gibt keine Parkplätze. Am besten erreicht man den Gipfel des Württemberg mit den Bussen der Linie 61. Ab dem S-Bahnhof Untertürkheim geht es auf den Berg bis in den Ortskern von Rotenberg, von wo aus ein kurzer Spaziergang mit geringer Steigung zur Kapelle führt.

Das Priesterhaus hat der Hofarchitekt Giovanni Salucci zusammen mit dem Mausoleum entworfen und gebaut. Seit einer umfangreichen Sanierung glänze es wieder wie vor 200 Jahren und biete einen schönen Blick, so die Betreiber. „Das ist das Tolle, dass man vom Trauzimmer aus vom einen Fenster den direkten Blick zur Kapelle hat – das ist der Blick des Brautpaares – und vom anderen Fenster die Sicht über die Stadt“, sagt die Kapellenverwalterin Christiane Grau.

Historischer Ort königlicher Liebe

Zusätzlich kann eine Führung in der Kapelle gebucht werden. Dabei geht es um die große Liebe des Königspaares: Der württembergische König Wilhelm I. ließ die Grabkapelle nach dem frühen Tod seiner Frau Katharina im Jahr 1819 errichten. Über dem Hauptportal zeugt der Bibelspruch „Die Liebe höret nimmer auf“, von der außergewöhnlichen Zuneigung des Königspaares. Der Bibelvers aus dem Ersten Korintherbrief gehört laut Pressemitteilung zu den beliebtesten Trausprüchen überhaupt.

Der Grund für den neuen Trauort seien die Brautpaare selbst, heißt es in der Mitteilung weiter. So habe es viele Nachfragen bei den Staatlichen Schlössern und Gärten und beim Standesamt in Untertürkheim gegeben.

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