Trotz widriger Bedingungen pilgern viele Menschen zum Gottesdienst. Foto: Gottfried Stoppel

Ihr Kinderlein kommet: auf dem Waiblinger Marktplatz feiern ein paar Tausend Menschen – gut beschirmt – die Geburt Jesu.

Waiblingen - Heiligabend, kurz vor Einbruch der Nacht: die Menschen pilgern in Scharen in Richtung Waiblinger Marktplatz. Ein paar Pfadfinder verteilen Liedblätter. Die Glocken der Michaelskirche läuten. Ein Posaunenchor spielt. Leider keine weiße Weihnachten, gelegentlich regnet es . Aber viele Waiblinger lassen sich von dem widrigen Wetter nicht abhalten: Sie wollen gemeinsam die Geburt Jesu feiern, unter freiem Himmel. Sie spannen die Regenschirme auf, rücken zusammen, weil immer mehr Gäste zu dem Freiluftgottesdienst mitten in der Stadt kommen.

Die Pfarrerin Antje Fetzer erinnert in ihrer Predigt daran, dass Gotte ausgerechnet Hirten ausgesucht hatte als „ungewöhnliche Zeugen“ für die Geburt seines Sohnes. Diese „rauen Gesellen“ seien nicht die sprachgewaltigsten Leute gewesen. Und trotzdem habe sich die frohe Botschaft in aller Welt herumgesprochen.

Der Retter habe gewusst: alle Macht komme von Gott. „Wenn das nur alle Herrscher der Welt wüssten.“ Die Geistliche prangert einen „Gruppenegoismus“ an, bei dem einem schwindelig werden könnte. Sie nennt in diesem Zusammenhang explizit Donald Trump und erklärt: „Wir sollten uns weder fürchten noch überheben.“ Gott habe den Menschen die Erde zum Frieden geschenkt. „Mögen wir dieses Weihnachten von Herzen dafür danken und im Kleinen unseren Frieden beitragen.“

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