Zum Gottesdienst unter freiem Himmel kommen ein paar Tausend Menschen. Foto: Gottfried Stoppel

Geschätzt 4000 Menschen haben an Heiligabend auf dem Schorndorfer Marktplatz unter freiem Himmel einen Gottesdienst gefeiert. Die Pfarrerin der Stadtkirche, Dorothee Eisrich, sagte mit Blick auf das Schmuddelwetter sinngemäß: vor gut 2000 Jahren war es in Bethlehem auch nicht sonderlich gemütlich.

Schorndorf - Kurz vor Einbruch der Nacht pilgern die Menschen in Scharen auf den Schorndorfer Marktplatz. Kinder mit Fackeln in den Händen empfangen die Besucher des Heiligabendgottesdiensts unter freiem Himmel. Ein Posauenchor spielt, Glühweinduft liegt in der Luft. „Wir wollen innehalten, nicht hinein stolpern in den Heiligen Abend“, sagt die Pfarrerin Dorothee Eisrich. Die Menschen singen, beten, feiern gemeinsam, „trotz Angst, Gewalt und Schrecken“, so der Pfarrer Steffen Kläger-Lißmann. Womöglich kommen die Schorndorfer nicht trotz, sondern wegen Angst, Gewalt und Schrecken zusammen.

Die Geistlichen erzählen von den Hirten auf dem Feld in Bethlehem – und zugleich von heute. „Fürchtet euch nicht“, denn Angst sei der schlechteste aller Ratgeber. Was Maria und Josef vor gut 2000 Jahren im Stall erlebt haben, „war der Beginn eines Lebensgefühls: Wir sind nicht allein.“

Längst ist es dunkel geworden über dem Marktplatz zu Schorndorf. Ein Kind auf der Bühne betet dafür, dass „alle einen Platz zum Leben haben“. Und der OB Matthias Klopfer für ein „Leben in Gerechtigkeit und Würde – für alle“. Dann machen sich die Menschen, geschätzt rund 4000, auf den Heimweg. Kinder verteilen noch kleine Engel aus Papier, auf ihnen steht in verschiedenen Sprachen „frohes Fest“.

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