Michail Gorbatschow am Esstisch seiner Villa, die nicht ihm gehört, sondern dem Staat. Foto: Arte/Vertov

Geistreich und hadernd zeigt sich der russische Revolutionär Michail Gorbatschow in dem Dokumentarfilm „Gorbatschow. Paradies“ auf Arte .

Moskau - Natürlich beginnt alles mit dem historischen Moment, in dem Michail Gorbatschow „Perestroika“ und „Glasnost“ ausrief, den Eisernen Vorhang teilte und die Berliner Mauer zum Einsturz brachte. Wie er das schaffen konnte? Der ukrainische Dokumentarfilmer Vitaly Mansky versucht, dem heute 90-Jährigen auf die Spur zu kommen. Das erweist sich als nicht einfach. Gorbatschow sagt zwar, der Film sei ihm wichtig, und sie dürften „die Sache auf keinen Fall verbocken“ – aber er mauert an entscheidenden Stellen, weicht geschmeidig aus oder flüchtet in Sarkasmus. Weil Mansky nicht locker­lässt, kristallisieren sich dennoch deutliche Konturen heraus.