Über eine Milliarde Menschen auf der Welt nutzen Gmail. Foto: dpa-Zentralbild

Internet-Riese Google hat das neue Update seines E-Mail-Anbieters Gmail aktiviert. Neben einigen Design-Änderungen soll unter anderem Künstliche Intelligenz dabei helfen die Nutzerfreundlichkeit zu erhöhen.

Stuttgart - Die Nutzer des E-Mail-Diensts Gmail werden es wahrscheinlich schon bemerkt haben. Wie einige Tech-Foren bereits vor Wochen ankündigten, hat der Internet-Riese Google seinem Mail-Ableger einen neuen Anstrich verpasst. Neben einigen Design-Änderungen der Benutzeroberfläche umfasst das Update auch neue sowie modifizierte Funktionen, wie Google in einem Blogbeitrag mitteilte.

Künstliche Intelligenz spielt eine größere Rolle

Gmail-Nutzer werden in Zukunft daran erinnert, wenn eine von den Google-Algorithmen für wichtig erachtete Mail unbeantwortet im Postfach liegt. Dann wird der Posteingang automatisch neugeordnet und eine kleine Erinnerung poppt auf. Bei einem hohen Mail-Aufkommen analysieren außerdem Algorithmen aufgrund der Häufigkeit von bereits geöffneten Nachrichten, welche E-Mails auf dem Handy als Benachrichtigung angezeigt werden. Die Künstliche Intelligenz macht auch auf ungelesene Newsletter aufmerksam, damit der Nutzer diese auf Wunsch abbestellen kann.

Als weiteres Feature will Google spezifisch angepasste Antwortmöglichkeiten vorschlagen, sodass Nutzer direkt automatisierten Textempfehlungen auswählen und nicht mehr händisch antworten müssen.

E-Mails im „Vertraulichen Modus“ und mit Verfallsdatum versenden

Im Prinzip können die Nutzer E-Mails ein Ablaufdatum gegeben. Nach der gewünschten Zeit zerstören sich versendete Nachrichten selbst und sind für den Empfänger nicht mehr lesbar. Auch das Weiterleiten und Ausdrucken von Mails kann der Sender durch neue Steuerelemente verhindern. Außerdem sollen Phishing-Mails aufgrund neuer Sicherheitshinweise besser und schneller erkennbar sein, um die Gefahren von Schadsoftware zu verringern.

Zudem können E-Mails mit der Zwei-Faktor-Authentifzierung durch einen per SMS versendeten Code verschlüsselt werden. So werden sensible Informationen besser geschützt und der Empfänger über sein Handy zur Identifikation gezwungen. Nach dem neuen Update können Gmail-Nutzer auch standardisiert bereits versendete Mails widerrufen. Dies war bisher nur durch manuelle Einstellungsänderungen möglich.

Neuer Posteingang und Schlummer-Modus

Der Posteingang von Gmail wurde mit neuen Tools bestückt, welche die Nutzerfreundlichkeit erhöhen sollen. Anhänge anzeigen, Kurzantworten versenden, Unterhaltungen speichern – all das ist künftig möglich ohne einzelne Mails öffnen zu müssen. Zusätzlich können Mails ähnlich wie beim morgendlichen Wecker auf Snooze gestellt werden. Wer über die Mail fährt, wählt einfach vorgeschlagene Einträge wie beispielsweise „Morgen“ an und am nächsten Tag trudelt die Mail erneut ein.

Integrierte Seitenleiste soll Aufgabenverwaltung verbessern

Eine neue Seitenleiste vereinfacht den Zugriff auf andere Google-Anwendungen, wie beispielsweise den Kalender oder Notizen, aber auch Add-ons von anderen Apps. Durch dieses Feature wird die Aufgabenplanung zusammengefasst und vereinfacht, da nicht mehr über mehrere Fenster und Apps hinweg gearbeitet werden muss. Die klassische To-do-Liste sollen damit der Vergangenheit angehören.

Im Laufe der nächsten Tage wird die neue Version bei allen Nutzern anlaufen. Einige Features werden aber erst in den nächsten Monaten Schritt für Schritt eingeführt. Wer das neue Design aber jetzt schon haben möchte, muss in der Web- oder App-Variante auf das Zahnrad klicken und den Eintrag „Das neue Gmail testen“ auswählen.

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