Bislang bezahlt ein Großteil der Deutschen lieber mit Bargeld. Foto: dpa-Zentralbild

Viele Deutsche misstrauen neuen Bezahltechniken und greifen lieber zu Münzen und Scheinen. Nun startet der Internetkonzern Google in Deutschland mit dem Smartphone-Bezahldienst Google Pay. Ein neuer Schub für mobiles Bezahlen?

Stuttgart - Google hat sich einiges vorgenommen: Der Internetkonzern will den Deutschen das Bezahlen mit Bargeld und Karte abgewöhnen. Das Unternehmen startet in Deutschland den kontaktlosen Smartphone-Bezahldienst Google Pay. In 18 weiteren Ländern wurde Google Pay bereits eingesetzt. Bisher standen die meisten Deutschen digitalen Zahlungsmethoden allerdings skeptisch gegenüber. Mehr als 58 Prozent der Bundesbürger lehnen eine komplette Abschaffung der altbewährten Münzen und Scheine ab, wie eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Splendid Research Anfang des Jahres zeigte.

Das möchte Google Pay ändern. Verbraucher im Supermarkt können künftig ihr Smartphone mit Android-Betriebssystem zücken, an das Kassenterminal halten und kontaktlos bezahlen. Dafür müssen die Kassen technisch aufgerüstet sein, um die Funkdaten der NFC-Übertragung (engl.: Near Field Communication) verarbeiten zu können. Auch das Smartphone muss über die NFC-Technologie verfügen. Google verspricht die Zahlungsinformationen mit mehreren Sicherheitsebenen zu schützen. Zudem können auch Online-Käufe mit Google Pay abgewickelt werden.

Google überholt die Konkurrenz

Bisher ist es nur möglich, die Kreditkarten einiger bestimmter Banken für ein Google-Pay-Konto zu hinterlegen. Ein Partner ist die Commerzbank. Demnächst soll auch die Landesbank Baden-Württemberg dazukommen. Die Kunden der Lebensmittel-Discounter Aldi Süd und Lidl, der Baumarktkette Hornbach oder dem Fastfood-Restaurant McDonald’s können bereits ab sofort mit Google Pay einkaufen. Mit der Einführung der mobilen Bezahlfunktion in Deutschland kommt Google der Konkurrenz von Apple zuvor. Die Bezahltechnik Apple Pay für iPhones ist schon seit 2016 in der Schweiz verfügbar, eine Ausweitung auf den deutschen Markt fand jedoch nicht statt.

Bleibt die Frage, ob sich die Deutschen auf das bargeldlose Bezahlen einlassen. Der durchschnittlich im Portemonnaie mitgeführte Betrag liegt laut der Europäischen Zentralbank bei 103 Euro. Damit führt Deutschland den europäischen Vergleich an.

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