Bernhard Langer kann beim Golf-Masters in Augusta seinen dritten Titel gewinnen. Foto: EPA

Der deutsche Golfer Bernhard Langer hat die Chance, das legendäre Masters in Augusta zu gewinnen – mit 58 Jahren. Er liegt vor der abschließenden Runde nur drei Schläge hinter dem Führenden Jordan Spieth.

Augusta - Jordan Spieth gilt aktuell als der beste Golfer der Welt. Im letzten Jahr wurde er zum besten Profi auf der Tour gewählt und aktuell führt er beim legendären Golf-Masters in Augusta, das Spieth im letzten Jahr erstmals gewinnen konnte das Feld an. Dicht hinter ihm liegt einer, der das Masters schon zweimal gewinnen konnte. Zum ersten Mal im Jahr 1985 – acht Jahre, bevor Spieth überhaupt erst geboren wurde. Die Rede ist von Bernhard Langer, dem Granden des deutschen Golfsports.

Mit 58 Jahren noch immer konkurrenzfähig

Langers zweiter Sieg in Augusta liegt auch schon etwas zurück – 1993 siegte er erneut und sicherte sich das begehrte grüne Jacket des Siegers und auch das lebenslange Startrecht beim Masters in Augusta. Aktuell ist es Langers 33. Teilnahme und der Deutsche kann noch immer mithalten. Er liegt vor dem letzten Turniertag an diesem Sonntag nur drei Schläge hinter Spieth und hat noch alle Chancen, das Turnier zum dritten Mal zu gewinnen.

Zusammen mit dem australischen Weltranglisten-Ersten Jason Day war er als 15. auf die dritte Runde gegangen. Langer spielte auf dem Par 72-Kurs seine jahrzehntelange Erfahrung voll aus. Ihm gelangen unter anderem sechs Birdies, auf der 14. Bahn sorgte er mit einem Putt aus 23 Metern Entfernung für Jubel bei den Zuschauern. „Ich habe die vergangenen drei Tage ziemlich gutes Golf gespielt, den Ball gut getroffen und heute im Vergleich zum Freitag einige Putts gemacht“, sagte Langer auf der Pressekonferenz.

Langers Ehrgeiz scheint ungebrochen

Die sensationelle Ausgangsposition Langers ist durchaus überraschend, schließlich spielt der in Florida lebende Deutsche schon länger nicht mehr auf der Profitour. Doch mit seinen 58 Jahren ist sein Ehrgeiz ungebrochen und sein erfolgreiches Spiel hat Gründe. Langer gilt als äußerst akribisch, tüftelt viel an seinem Material und man sieht ihn auch heute noch Überstunden auf der Driving-Range schieben, während die Konkurrenz schon längst Feierabend gemacht hat.

Seine größten Waffen sind sein Wissen und die Erfahrung. Langer kennt den schwierigen Kurs in Augusta wie seine Westentasche und weiß ganz genau, wie er seine Schläge spielen und den Golfball auf dem Green platzieren muss. „Ich schlage manchmal 50 Meter kürzer als die anderen, aber wenn du genau weißt, wo der Ball hin muss, kannst du trotzdem unter Par spielen“, sagt Langer.

Vor der letzten Runde gibt sich der aus Anhausen stammende Langer angriffslustig. „Es macht Spaß, als 58-Jähriger in dieser Position zu sein und mit den Besten der Welt zu spielen“, sagt er und legt nach: „Ich glaube, dass ich gewinnen kann.“ Langer wird zusammen mit dem Japaner Hideki Matsuyama in der vorletzten Gruppe auf die Schlussrunde gehen (ab 21 Uhr MEZ, Sky). Und wer weiß, vielleicht gelingt ihm ja tatsächlich der dritte Sieg. Es wäre ein besonders historischer: Noch nie konnte ein Golfer über 50 Jahre dieses Turnier gewinnen.

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