Sophia Zeeb spielt auch aus dem Bunker sicher an die Fahne. Foto: Karin Rebstock

Seit vergangenem Herbst ist Sophia Zeeb vom Stuttgarter GC Mitglied im deutschen Nationalteam.

Mönsheim/Weilimdorf - Kritikern ihrer Sportart begegnet die 15-Jährige auf ihre eigene Weise. „Meine Mitschüler haben gefragt, ob das überhaupt anstrengend sei, was ich mache, also habe ich sie einen Tag lang auf den Golfplatz mitgenommen und ihnen die Grundkenntnisse gezeigt“, sagt Sophia Zeeb, Schülerin des Stuttgarter Wirtemberg-Gymnasiums. Auf der Heimfahrt seien alle vor Erschöpfung im Bus eingeschlafen. Seitdem haben sie großen Respekt.

Im vergangenen Herbst hat der Deutsche Golf Verband (DGV) Sophia Zeeb vom Stuttgarter Golf Club Solitude (Mönsheim) in den Nationalkader der Mädchen unter 18 Jahren berufen. „Dass es so schnell geht, hat mich doch überrascht, und ich habe mich darüber riesig gefreut“, erzählt die selbstbewusste Sportlerin beim Training in Mönsheim. Präzise, wie an der Schnur gezogen, fliegen die druckvoll geschlagenen Bälle. Einer nach dem anderen. „Der Schwung hat viel mit Fitness und Gleichgewicht zu tun“, sagt die Weilimdorferin. In den Wintermonaten ist Muskelaufbau und Schnellkrafttraining angesagt. Schwungkorrekturen nimmt sie mit Hilfe ihres Trainers Heiko Burkhard wöchentlich auch während der Saison vor. „Meine Stärke ist meine Konstanz, sowohl bei den Schlägen als auch beim Putten.“

Irgendwann rief der Bundestrainer Stephan Morales bei ihr an und nahm sie zur Sichtung auf ein Länderspiel mit. Sophia Zeeb konnte Morales mit ihrer Leistung überzeugen. Seitdem ist sie viel auf Reisen. Trainingslager auf Mallorca oder in den USA. Turniere in Spanien, Portugal, Frankreich oder Ungarn. Am vergangenen Wochenende spielte sie im schottischen Carnoustie die „British Ladies Amateur Golf Championship“ und trat gegen die besten Golferinnen Europas an. „Das war eine gute Erfahrung mit viel Wind, Regen und Nebel“, sagt Sophia Zeeb und schweigt über das Ergebnis. „Bis ich da mithalten kann, dauert es noch ein Weilchen.“ Kommendes Wochenende ist sie in St. Leon-Rot. Dort beginnt am Dienstag die Mannschaftseuropameisterschaft der Mädchen U 18. Neben Zeeb gehen Antonia Scherer (Handicap +4,9, Augsburger GC), Karolin Lampert (+4,3 , GC St. Leon Rot), Franziska Friedrich (+2,0, GC Abenberg), Quirine-Louise Eijkenbook (+3,7, Münchner GC) und Isabell Gabsa (+3,6, GC Ulm) ins Rennen. Sophia Zeeb hat mittlerweile ein Handicap von +1,8. Das heißt, sie benötigt auf einer 18-Loch-Runde weniger Schläge als der Platzstandard es vorgibt. Als Titelverteidiger reist das Team aus Frankreich nach St. Leon Rot, das sich 2011 in Italien vor England, Spanien und Deutschland durchsetzen konnte.

Mit dem Golfen hat Zeeb im Alter von vier Jahren begonnen. Wie auch ihre beiden Brüder, 14 und 18 Jahre alt. Die golfbegeisterten Eltern, die in Bad Liebenzell spielen, nahmen ihre drei Kinder schon früh auf den Platz mit. „Es hat ganz gut geklappt, und mein Handicap habe ich konstant verbessert“, sagt Sophia Zeeb. Der Landestrainer erkannte früh ihr Talent und holte sie in den Kader. Nebenbei spielte Sophia Zeeb beim Stuttgarter HTC Hockey. „Das hat mir genauso viel Spaß gemacht, doch ich musste mich aus zeitlichen Gründen irgendwann für eine Sportart entscheiden“, sagt die sympathische 15-jährige mit den langen blonden Haaren.

Die Wahl fiel auf Golf. „Da sehe ich über längere Zeit mehr Perspektive und kann das gut mit einem Studium in Amerika verbinden“, sagt sie. „Golf ist abwechslungsreich, weil man immer mit neuen Schlägen gefordert ist. Außerdem spiele ich immer auf anderen Plätzen und lerne viele Länder kennen.“ Erst kürzlich wechselte sie von Bad Liebenzell zum Stuttgarter Golf Club und verstärkt die Bundesliga-Mannschaft. „Das passt richtig gut.“

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