Götz Alsmann hat schon einige Konzerte mit der SWR Big Band bestritten. Spaß macht es den Künstlern weiterhin. Foto: Factum/Weise

Zum Glück hat die seit 1988 bestehende Götz Alsmann Band im Januar immer spielfrei. Denn sonst könnten der König des Jazzschlagers und die SWR Big Band in diesem Jahr nicht den zehnten Geburtstag ihrer gemeinsamen Konzerttradition in der Liederhalle Stuttgart feiern.

Seitdem der Musiker und Moderator („Zimmer frei“ im WDR) und das Stuttgarter Ensemble nämlich beim ersten gemeinsamen Gig gegenseitig Feuer gefangen haben, gibt es jeden Januar eine Neuauflage dieses Line-up, jedes Mal mit einem anderen Gast, der eine zusätzliche, eigene Farbe mit einbringt.

Pünktlich zum Geburtstag ist nun die erste gemeinsame CD von Götz Alsmann und der SWR Big Band erschienen. Sie trägt den Titel „eventuell . . .“. Auf dem Live-Album ist das Beste aus den vergangenen Tourneen versammelt.

Moderation und Gesang auf Deutsch

Ganz sicher geben sie ein knappes Dutzend Konzerte. Bei der Ausgabe 2019 wird Ella Endlich mit von der Partie sein. Die Sängerin und ehemalige „DSDS“-Jurorin singt herzerfrischend über die Liebe und das Leben – ganz im Sinne eines ihrer großen Vorbilder Caterina Valente.

Aber natürlich haben alle gemeinsamen Konzerte von Alsmann und der SWR Big Band ebenfalls eine besondere Farbe. Das rührt schon allein daher, dass Alsmann diese Konzerte moderiert – und dass er auf Deutsch singt. „Ich finde es schwierig, das zusammenzubringen: in Sprache A zu singen und dann als Moderator in Sprache B Witze zu erzählen.“ Seiner Meinung nach sollte ein Künstler in der Sprache singen, in der er auch träumt oder Späße macht.

Gutes Material zu finden, das fällt Alsmann nicht schwer. „Ich fleddere zum Beispiel Operetten und bürste sie durch. Dabei stelle ich immer wieder fest, dass alte Schlager oft im Stil des American Songbook geschrieben sind und eine große Jazzhaftigkeit besitzen.“ Und das, so weiß er, gilt für Musik von Franz Léhar ebenso wie für Schlager bis hinein in die sechziger Jahre.

Musik von Michael Jary – dessen Lieder von Zarah Leander, Heinz Rühmann und Lale Andersen gesungen wurden – schätzt er ebenso wie Theo Meckeben, dessen Ballade „Bei Dir war es immer so schön“ ganz oben auf Alsmanns Hitliste steht. „Da ist vieles inspiriert vom Broadway und enthält Tanzmusik­elemente, etwa aus Tango oder Rumba.“

Der typische Bigband-Sound bleibt gewahrt

Während er bei seiner eigenen Formation, der Götz Alsmann Band, die Arrangements selbst schreibt, macht dies bei den Konzerten mit der SWR Big Band ihr Kopf Klaus Wagenleiter. So bleibt deren typischer Sound gewahrt. Für seine Begeisterung findet Alsmann, der in Musikwissenschaft promoviert hat und eine Honorarprofessur an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster innehat, durchaus auch Worte: „Es fällt einfach auf, wie spielfreudig und gut gelaunt sie sind und wie viel Spaß sie an der Show haben. Außerdem ist das persönliche Miteinander sehr freundschaftlich. Das finde ich toll.“

An Alsmanns Seite waren im Laufe der Jahre etliche illustre Namen auf der Gästeliste zu finden, darunter Max Mutzke, Bill Ramsey, Helen Schneider, Pe Werner, Klaus Hoffmann, Placido Domingo jr. oder auch Fola Dada und Caroline Kiesewetter.

„Es wird ein bunter Abend“, verspricht Alsmann. Mit älteren und neueren Titeln. Die Zahl 10 wird dabei voraussichtlich keine größere Rolle spielen. Schließlich haben sie sich, so erzählt Alsmann, nach der ersten Tour mit dem Schwur voneinander verabschiedet, dass sie das noch Hunderte Male miteinander machen wollen. Götz Alsmann und SWR Big Band: 19. Januar, 20 Uhr, Liederhalle, Tickets 07 11 / 550 660 77

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