Feierliche Enthüllung der Goethe-Skulptur vor dem Gymnasium Foto: Simon Granvill/e

Ein „Stein des guten Geschicks“ ist vor dem Goethe-Gymnasium enthüllt worden und unterstreicht Ludwigsburgs Rolle als wichtiger Bildungsstandort.

Wenn die Schüler des Ludwigsburger Goethe-Gymnasiums die Schule durch den Haupteingang betreten, werden sie auf dessen linker Seite von einem Glücksbringer begrüßt. Der Ludwigsburger „Stein des guten Geschicks“ ist eine Kopie der Skulptur, die im Garten bei Goethes Gartenhäuschen in Weimar ihren Platz hat und ein Symbol für das „Ankommen in Weimar“ des deutschen Dichterfürsten ist, wie Werner Fleig, seit 2017 Vorsitzender der Goethe Gesellschaft Ludwigsburg, erläuterte.

 

Glückliche Momente haben auf alle Fälle die Abiturienten des Goethe-Gymnasiums und der Schöpfer der Ludwigsburger Statue Frank Hintz bereits erlebt. „Das Fundament mussten wir mitten in den schriftlichen Abiturprüfungen erstellen“, erinnerte sich der Ludwigsburger Steinbildhauermeister. Um Störungen für die Abiturienten zu vermeiden, habe er sich genau mit Schulleiter Christoph Martin abgestimmt. Am Schluss, in den letzten Tagen vor der Einweihung, musste es dann schnell gehen. „Da waren wir mit fünf Leuten vor Ort“, sagte Hintz.

Mit einem Bauzaun gesichert

Das Denkmal, das aus einem Kubus und einer Kugel besteht, besteht aus zwei Teilen und wurde an Ort und Stelle mit einer armlangen Stange im Inneren zu einer Einheit verbunden. Damit das kostbare Stück bei der Enthüllung die bestmögliche Figur macht, wurde es in diesen Tagen in einen Pavillon gestellt und mit einem Bauzaun abgesichert.

Werner Fleig hatte in seiner Rede davor einen Schwerpunkt auf das handwerkliche Geschick und die liebevolle Betreuung gelegt, mit denen die Skulptur behandelt wurde. Sie bildet auch das Logo der Ludwigsburger Goethe-Gesellschaft. „Die Skulptur besteht aus Schilfsandstein aus einem Steinbruch in Güglingen“, erzählte er. „Und der Steinbruchbesitzer hat den Stein speziell für uns ausgewählt“, ergänzte Frank Hintz.

„Wir sind eine illustre Gesellschaft hier“, freute sich Fleig über die vielen Anwesenden aus ganz Deutschland. „Von Aachen bis Dresden und von Güstrow bis Waldshut-Tiengen“ seien die Vorstände der nationalen Goethe-Gesellschaften und die Präsidenten der internationalen Goethe-Gesellschaft in Weimar seiner Einladung zur mehrtägigen Konferenz in Ludwigsburg gefolgt. „Der Kubus in der Skulptur symbolisiert das irdische Geschehen“, führte der Ludwigsburger Vorsitzende aus. Die Kugel dagegen stehe für den Kosmos. „Wenn beide harmonisch zusammenwirken, entsteht der glückliche Moment“, sagte er. Die Bürgerstiftung der Stadt Ludwigsburg habe neben lokalen Sponsoren einen „dicken Brocken“ zur Finanzierung des Kunstwerks beigetragen.

Der Schulcampus als Ort der Bildung

Bürgermeister Sebastian Mannl hatte sich ebenfalls über die vielen Menschen in Ludwigsburg gefreut, die „Kultur leben“, zum Beispiel auch durch finanzielle Zuwendungen. Das Projekt „Stein des guten Geschicks“ sei eine schöne gemeinschaftliche Arbeit zwischen der Stadt Ludwigsburg und der örtlichen Goethe-Gesellschaft. Die Positionierung der Skulptur im Schulcampus stelle diese in einen „großen kulturellen Kontext“ und zeige die Rolle Ludwigsburgs als wichtigen Bildungsstandort.

Für die stimmungsvolle musikalische Umrahmung mit Werken aus der Goethe-Zeit sorgte das Ludwigsburger Blechbläser-Quartett in der Besetzung Hubertus von Stackelberg und Martin Maier (Trompete), Gerhard Budziat (Posaune) und Dorian Kraft (Tuba).