Als Auftakt der Verleihung gab es einen Auftritt der Tanz-AG. Foto: Simon Granville/Simon Granville

Das Goethe-Gymnasium in Ludwigsburg erhält das Siegel „LabelFrancÉducation“. Bei der Verleihung betonen Oberbürgermeister Knecht und Generalkonsul de Maisonneuve die Wichtigkeit der Sprachförderung, besonders für die deutsch-französische Partnerschaft.

Deutschland und Frankreich haben mit ihrer Aussöhnung und der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags einen Meilenstein für eine europäische Einheit gesetzt. Um die seitdem bestehende Partnerschaft der beiden Länder weiterhin zu stärken, sei es unter anderem wichtig, die Sprache des jeweils anderen Landes zu lernen. Das hat Matthias Knecht, Oberbürgermeister von Ludwigsburg, in seiner Ansprache am Goethe-Gymnasium hervorgehoben.

Am Freitag ist er einer der Gäste am Gymnasium gewesen, als der Schule das Siegel „LabelFrancÉducation“ verliehen worden ist. Diese Auszeichnung steht als Anerkennung für die herausragende Arbeit von Schulen, die die Sprache Französisch fördern sowie Kooperationen zwischen Deutschland und Frankreich im Bereich der Jugendarbeit ermöglichen. Der französische Generalkonsul Gaël de Maisonneuve ist ebenfalls dabei gewesen und hat Schulleiter Christof Martin das Siegel überreicht.

Unter welchen Voraussetzungen Schulen das Siegel erhalten

Um diese Auszeichnung zu erhalten, muss die Schule zahlreiche Kriterien erfüllen, erklärt Martin. Dazu gehöre, mehr bilingualen Sprachunterricht anzubieten. Am Goethe-Gymnasium kann man beispielsweise ab der fünften Klasse ein bilinguales Französischprofil wählen. Zudem müsse die Schule Zusatzqualifikation ermöglichen. So könnten Schüler dieses Gymnasiums in der neunten und zehnten Klasse eine französische Sprachzertifikatsprüfung machen, genannt DELF, anstatt dafür in ein französisches Institut zu gehen.

Insgesamt sollte auch eine eine hohe Sprachfertigkeit der Schüler erkennbar sein, die dieses Profil belegen. Denn das Ziel sei es, dass sie mit Abschluss ihres Abiturs annähernd muttersprachlich französisch sprechen können. Darüber hinaus müssten die Schulen jährlich mehrere Kooperationsprojekte mit französischen Einrichtungen nachweisen. Das Goethe-Gymnasium würde unter anderem mit dem Deutsch-Französischen Institut in Ludwigsburg zusammenarbeiten und in Montbéliard in Frankreich eine Partnerschule haben – auch, weil Ludwigsburg auf eine lange Städtepartnerschaft mit Montbéliard zurückblicken kann.

Fremdsprachen verlieren in Schulen an Attraktivität

Es soll also ein überdurchschnittliches Engagement der Schulen im Bereich der deutsch-französischen Partnerschaft zum Ausdruck kommen. Dass das Goethe-Gymnasium diese Voraussetzungen erfüllen könnte, ist laut Schulleiter Martin auf das französische Generalkonsulat zurückzuführen. Denn aufgrund einer engen Zusammenarbeit wurde die Schule von ihnen darauf aufmerksam gemacht und dazu motiviert, sich dafür zu bewerben.

Tatsächlich konnte das Gymnasium das Siegel gewinnen. Insbesondere für den Schulleiter eine große Freude. Denn er beobachtet einen immer stärkeren Rückgang bei der Wahl einer zweiten oder dritten Fremdsprache, da viele Schüler heute eher auf naturwissenschaftliche, künstlerische oder musikalische Profile setzen.

Sprachförderung bleibt ein wichtiges Anliegen

So sei es wichtig, sprachliche Profile zu fördern, da das den Schülern viele Perspektiven bieten kann. Künftigen Arbeitgebern könnte ein Doppelabitur auch signalisieren, dass sie ein zeitaufwendiges und herausforderndes Profil erfolgreich meistern können.

Auch Generalkonsul de Maisonneuve hebt die Wichtigkeit hervor, eine zusätzliche Fremdsprache zu beherrschen. Denn mehrere Sprachen seien für einen Austausch und die Kommunikation von Bedeutung.

Für die Verleihung hat die Schule zwei Monate lang ein Rahmenprogramm geplant, bestehend aus einem Auftritt der Tanz-AG, Musikstücken und Vorträgen von Schülern. Moderiert wurde das Programm von drei Abiturientinnen auf Französisch.

Bilinguales Profil
 Das Goethe-Gymnasium bietet seit 2011 ein bilinguales Französischprofil an. Die Schüler haben ab der fünften Klasse Französisch als Hauptfach, ab der siebten Klasse wird bilingualer Sachunterricht eingeführt. Die Fächer Geografie, Geschichte und Gemeinschaftskunde werden dann ebenfalls auf Französisch unterrichtet. Wer das Profil bis zu den Abiturprüfungen belegt und besteht, erhält einen Doppelabschluss: Das deutsche Abitur und das französische Baccalauréat.

LabelFrancÉducation
 Das Siegel wird vom französischen Außenministerium verliehen und ist drei Jahre gültig. Nach drei Jahren können sich die Schulen für eine erneute Zertifizierung bewerben.