Eine innovative Geschäftsidee: Der 28-jährige Frieder Brose aus Göppingen verhilft mit seinem Geschäftspartner Johannes Schlee den Speichern zu einem zweiten Leben. Ihr Start-up heißt „Schwabenakku“.
Mit dem rasanten Anstieg der Zahl an Elektrofahrrädern wächst auch das Akkuproblem. Denn die Energiespeicher halten nicht ewig. Ein Austausch ist teuer und wird auch unter ökologischen und sozialen Gesichtspunkten kritisch gesehen. Das hat auch Frieder Brose festgestellt. Deshalb verleihen der Göppinger und sein Geschäftspartner Johannes Schlee jetzt in ihrem Start-up „Schwabenakku“ vielen Akkus ein zweites Leben.
In Kontakt gekommen waren der 28-Jährige aus Faurndau und der 41-jährige aus Stuttgart bei einem Förderprogramm der Hochschule Esslingen für junge Firmengründer. Brose ließ sich von Schlees Konzept, E-Bike-Akkus zu reparieren, überzeugen. Der gelernte Mechatroniker aus Stuttgart, der sich mitten im Studium des Wirtschaftsingenieurwesens befand, hatte zu diesem Zeitpunkt in seinem privaten Keller bereits mit dem Reparieren begonnen. „Dort war alles bald viel zu klein“, erzählt Schlee.
Sitz in Waiblingen-Bittenfeld (Rems-Murr-Kreis)
Zusammen fanden die Geschäftspartner dann 170 Quadratmeter große Räume in Waiblingen-Bittenfeld (Rems-Murr-Kreis), in denen nun die Akkus, die vorwiegend auf dem Postweg eintreffen, repariert werden. Daneben schreibt Brose gerade seine Bachelorabeit im Fach Fahrzeugtechnik; zuvor hat er eine Ausbildung als Industriemechaniker und Maschinenbautechniker gemacht.
Das Geschäft scheint gut zu laufen. Denn die beiden Jung-Unternehmer planen bereits die Einstellung des ersten Mitarbeiters. In absehbarer Zeit soll auch die Reparatur der Akkus von E-Rollern mit ins Angebot aufgenommen werden. Anfragen kämen aus ganz Deutschland sowie dem benachbarten Ausland, berichten die beiden Akku-Experten. Meist läuft das übers Internet. Kunden aus dem Umkreis kommen – nach Anmeldung – oft selbst vorbei und fahren nach einer knappen Stunde mit dem aufgefrischten Akku davon.
Eine Frischekur für den Akku kostet 89 Euro
Ist nur die Elektronik, das sogenannte Batterie-Management-System, defekt, sind nach der Frischekur 89 Euro fällig. Bei einem Zellentausch verlangt Schwabenakku 379 Euro. Zum Vergleich: Neue Akkus kosteten durchschnittlich 600 bis 700 Euro, erklären Brose und Schlee. Diese verkaufen sie ebenfalls, falls einmal keine Rettung mehr möglich ist. Zu ihrem Angebot gehören auch die Konfiguration und – für alle, die den Zustand ihres Akkus kennen wollen – die Diagnose der Stromspeicher. Und: Bei einer Reparatur könne die Kapazität älterer E-Bike-Akkus auf das Doppelte erhöht werden.