Der Cappenberger Barbarossakopf Foto: Atelier Alexy

Die Neugierde auf ihre große Schwaben-Ausstellung im Landesmuseum Württemberg im Stuttgarter Alten Schloss schüren die Ausstellungsmacher mit einer Werbetour durchs Ländle.

Göppingen - Die erste Erwähnung der Spätzle – samt Zubereitungstipps von 1725 mit Göppinger Sauerbrunnenwasser – halten die Stuttgarter Ausstellungsmacher für ebenso bedeutsam für die schwäbische Identität wie das Herrschergeschlecht der Staufer. Deshalb sind beide Themen Teil der Großen Landesausstellung „Die Schwaben. Zwischen Mythos und Marke“, die das Landesmuseum Württemberg am 22. Oktober im Alten Schloss in Stuttgart eröffnen wird. Grund genug für den Kurator Frank Lang und die Ludwigsburger Schlosserverwalterin Birgit Strobel, bei ihrer landesweiten Werbetour für die Schau am Mittwoch auch dem Hohenstaufen einen kurzen Besuch abzustatten.

Die Stuttgarter werben um die Gunst des Publikums

„Wir wollen wieder an den Publikumserfolg großer Schauen in der Vergangenheit anknüpfen“, kündigte Frank Lang vom Landesmuseum Württemberg bei dem Göppinger Pressegespräch an.

Den Vogel in der Publikumsgunst hatte in Stuttgart 1977 die große Stauferausstellung mit 675 000 Besuchern abgeschossen. Für die neue Schau stapelt der Kurator etwas tiefer und erhofft sich für die neue Ausstellung wenigstens die Hälfte des damaligen Erfolgs. Mit einer Tour zu ausgewählten und historischen Stätten durch Schwaben soll dies gelingen.

Der Dichter Uhland glorifizierte den Hohenstaufen

Vor dem Besuch in Göppingen stand bereits Oberschwaben auf dem Tourplan, der mit Maulbronn und dem Hohentwiel komplettiert werden soll. Mit dem Besuch auf dem Göppinger Hausberg, den schon der Dichter Ludwig Uhland einst als „aller schwäb’schen Berge schönster“ glorifizierte, erinnerten Lang und der Leiter der Göppinger Stadtarchivs, Karl-Heinz Rueß, an den Mythos vom Schwäbischen Zeitalter, der mit dem Aufstieg der Staufer eng verwoben sei. So romantisierend wie zu Uhlands Zeiten soll der aktuelle Blick auf die Schwaben aber wohl längst nicht ausfallen. Ausgehend vom Glanz der Stauferzeit werden die Schwaben, ob bewundert, gefürchtet oder verspottet, in der Stuttgarter Schau auch anhand ihres Tüftlergeistes, ihrer technischen Innovationen sowie ihrer Kunstfertigkeit charakterisiert.

Schwaben und ihre Vorliebe für Spätzle

Bei dem Gespräch in Göppingen wurde angerissen, wie viele Deutungen es nicht nur mit Blick auf die schwäbische Mentalität gibt, zumal „wir heute alle multiple Identitäten haben“, wie es Lang formulierte. Mit dem Stammsitz der Staufer im Rücken erinnerten die Fachleute außerdem daran, dass Schwaben ein sich stets wandelndes Herrschaftsgebiet gewesen sei. Schon einfacher sei es da, die kulinarischen Vorlieben der Schwaben für gekochte Mehlspeisen zu definieren.

Und damit kam endlich die erste Erwähnung der Spätzle zur Sprache, die eng mit dem Göppinger Sauerwasser in Verbindung steht. Immerhin hatte der fürstliche Rat und Leibarzt Rosinius Lentilius im Jahr 1725 eine Untersuchung über die heilende Wirkung des beliebten Sauerbrunnens veröffentlicht. Darin notierte er, „in des Badmeisters Küche zoge ich Erkundigung ein, ob man das Sauer-Wasser auch zum Kochen gebrauche und bekam zur Antwort, dass alles, was von Meel zubereitet wird, als Knöpflein, Nudeln, Spazen schmackhafter und lukkerer (gemeint ist lockerer) vom Sauer-Brunnen, als von süßem Wasser werden“.

Ein neues Buch begleitet die Göppinger Dauerausstellung zu den Staufern


Die 2009 neu konzipierte Schau im Dokumentationsraum für staufische Geschichte in Göppingen-Hohenstaufen thematisiert Herkunft, Aufstieg und Herrschaft der Staufer. Die als „Vorbildliches Heimatmuseum“ ausgezeichnete Schau ist bis 15. November dienstags bis sonntags von 10 bis 12 und 13 bis 17 Uhr geöffnet. Von 16. November bis 14. März ist die Ausstellung nur samstags und sonntags zu sehen, die Öffnungszeiten bleiben. Unter 0 71 61/65 01 91 können Führungen gebucht werden.

Archiv und Musseen der Stadt Göppingen haben jetzt, unterstützt von der Gesellschaft für Staufische Geschichte, ein Begleitbuch zur Staufer-Schau mit zahlreichen hochwertigen farbigen Abbildungen herausgegeben. Es bietet einen kompakten Überblick über Rolle und Wirken des Herrschergeschlechts. Der Band „Die Staufer“, ist 79 Seiten stark und kostet acht Euro.

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