Göppingen Überzeugungstäter übernimmt Stadthallen-Restaurant

Von Karen Schnebeck 

Einladende Treppen führen in den Park und auf die Terrasse des Restaurants. Foto: StZ
Einladende Treppen führen in den Park und auf die Terrasse des Restaurants. Foto: StZ

Der Gastronom Milos Vujicic malt die Zukunft des derzeit verwaisten Lokals in leuchtenden Farben. Im Spätherbst soll es wiedereröffnen.

Göppingen - Der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest. Irgendwann im Spätherbst soll die Umgestaltung des Stadthallen-Restaurants beendet sein und das Lokal mit einem neuen Konzept wieder öffnen. Wenn man dem Pächter, Milos Vujicic, zuhört, kann man sich tatsächlich vorstellen, dass die Neueröffnung dieses Mal von Dauer sein könnte. Vujicic jedenfalls schwärmt von dem Gebäude, vom Stadthallenpark und von dem Angebot, mit dem er die Bürger in das Lokal locken möchte. Um die Stadtverwaltung und den Gemeinderat für seine Ideen einzunehmen, hatte er allerdings zwei Anläufe gebraucht.

Baulich, so berichtet Vujicic, werde wenig verändert. Aber die neue, moderne Möblierung werde eine schöne Verbindung zu der 50er/60er-Jahre-Architektur der Stadthalle schaffen. Das Restaurant solle einen abgetrennten Loungebereich bekommen, in dem die Besucher der Stadthalle vor und nach Veranstaltungen Getränke und Snacks zu sich nehmen könnten – und einen Eindruck vom Restaurant bekämen. Für die Speisekarte kündigt er eine „raffiniert gekochte regionalen Küche“ und „beliebte Klassiker wie Original Wiener Schnitzel“ an, die neu interpretiert und ansprechend präsentiert würden.

Mittagstisch soll Leute anlocken, die in der Stadt arbeiten

Außerdem wollen Vujicic und sein Team die Terrasse zum Stadtpark etwas umgestalten. Geplant ist eine neue Beschattung, der Park soll stärker als bisher eingebunden werden. Sie werde „die schönste Terrasse in ganz Göppingen“. Viele neue Gäste verspricht sich der Pächter auch von dem Mittagstisch, den er künftig anbieten will. Sorgen, dass die Stadthalle zu weit von der Innenstadt entfernt sein könnte, um für ein Essen in der Mittagspause interessant zu sein, teilt er nicht. „Ich habe die Zeit, die man zu Fuß von der Fußgängerzone zur Stadthalle braucht, gestoppt. Es sind gerade mal sechs Minuten“, sagt Vujicic.

Er gehe davon aus, dass sich die Veranstaltungen in der Stadthalle und der Restaurantbetrieb gegenseitig befruchten könnten und die Auslastung der Halle durch das Restaurant noch steigen werde, sagt der Gastronom. Tatsächlich ist die Halle nach Auskunft der Stadt, von den Ferien abgesehen, „ordentlich ausgelastet“. Um die Zahl der Veranstaltungen noch weiter zu steigern, baut die Stadt zurzeit das Marketing für die Stadthalle aus, etwa mit einer Homepage, auf Social Media Plattformen und mit Auftritten bei Messen.

Vorgänger schmiss nach Streit mit der Stadt hin

Der vorige Pächter, Ulrich Stroh, hatte die Stadthalle im Juli vergangenen Jahres wegen eines Streits mit der Stadtverwaltung aufgegeben. Stadt und Gemeinderat wollten schnell einen Nachfolger finden. Vujicic gehörte schon damals zum Kreis der Bewerber. Doch die Wahl fiel auf die Betreiber des Andechser am Schillerplatz um die Stuttgarterin Birgit Grupp, die allerdings aus finanziellen Gründen wenige Wochen nach der Entscheidung wieder absprangen. Sie und ihre Kompagnons hätten die Sache erneut durchgerechnet und seien nicht sicher, dass sie das Objekt wirtschaftlich betreiben könnten, berichtete Grupp damals. Vujicic, der mit seinen Mitarbeitern unter anderem das Restaurant auf Schloss Filseck, das Castello in Donzdorf und den dortigen Golfclub betreibt, übernahm dann im Oktober die Bewirtung bei Veranstaltungen in der Stadthalle. Die Verhandlungen über die Zukunft des Restaurants zogen sich hingegen in die Länge. Sie wurden erst im Sommer abgeschlossen.

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