Eine Schwimmerin zieht ihre Bahnen in der Barbarossa-Therme. Foto: Horst Rudel

Die Stadtwerke wollen unter anderem das Becken, den Kleinkindbereich und die Umkleiden im Hallenbad modernisieren. Die Kosten werden auf bis zu 7,5 Millionen Euro geschätzt.

Göppingen - Der Wunschzettel ist lang, entsprechend groß sind die geschätzten Kosten: Rund 7,5 Millionen Euro würde es kosten, wenn die Stadtwerke alle Verbesserungen, die sie sich wünschen, in der Badearena der Barbarossa-Thermen umsetzen würden. Die Liste reicht von einer Modernisierung der Schwimmbecken über eine Erweiterung der Umkleiden bis hin zu einer Neugestaltung des Eingangsbereichs – insgesamt umfasst sie sieben Punkte. Der Göppinger Gemeinderat hat jetzt zugestimmt, ein Planungsbüro aus Bad Urach damit zu beauftragen, die Ideen zu konkretisieren und entsprechende Kostenpläne zu erstellen.

Vieles spricht offenbar dafür, dass die verschiedenen Bereiche auf einmal saniert werden, denn, wie es in der Vorlage für den Gemeinderat heißt, sie ließen sich aus statischen Gründen größtenteils nicht getrennt bearbeiten und müssten sowohl bei der Planung als auch bei der Ausführung zusammenhängend betrachtet werden. Deshalb werde es während der Ausführung auch zu Einschränkungen beim Badebetrieb kommen. Dennoch solle dieser soweit wie möglich während der etwa zweijährigen Bauarbeiten aufrecht erhalten werden.

Pro Jahr rund 180 000 Badegäste

Die Stadtwerke könnten das Bad zwar auch in seinem jetzigen Zustand belassen und damit viele Millionen Euro sparen. Doch damit, so befürchten sie, würde das Bad immer weiter an Attraktivität und damit an Besuchern verlieren. Derzeit kommen jedes Jahr noch rund 180 000 Gäste in die Schwimmhalle.

Geplant ist, den Wasserspiegel der Becken bündig mit dem Fließenboden zu machen. Bisher liegt der Hallenboden einige Zentimeter höher als die Wasserfläche, wie das in den 60er Jahren, als das Bad eröffnet wurde, noch üblich war. Als nicht mehr ganz zeitgemäß gelten auch die Umkleiden. Zudem sind sie an Spitzentagen häufig überfüllt. Sie sollen deshalb modernisiert und erweitert werden. Das gleiche gilt für die Umkleiden des Saunabereichs.

Vor sieben Jahren zuletzt saniert

Die Sanitäranlagen sollen den Plänen der Stadtwerke zufolge saniert werden. Den Kleinkindbereich in der Schwimmhalle wollen die Stadtwerke vergrößern und neu gestalten. Außerdem sollen die Tribünen durch einen Ruhebereich oder einen „Indoor-Strand“ ersetzt werden. Sie sind nach heutigen Standards zu steil und dürfen nicht mehr benutzt werden. Auch der Eingangsbereich soll den Plänen zufolge neu gestaltet werden. Denn dort sind die ehemaligen Räume eines Friseurs sowie einer Gaststätte derzeit ungenutzt.

Als die ersten Überlegungen für die Neugestaltung vor zwei Jahren aufkamen, war noch von Kosten von rund sechs Millionen Euro die Rede. Inzwischen liegen die Schätzungen bei 7,5 Millionen Euro für den Komplettumbau. Wie viel Geld die Stadtwerke am Ende tatsächlich in die Hand nehmen müssen, ist erst klar, wenn die konkreten Pläne der Architekten vorliegen und die Arbeiten ausgeschrieben sind. Die Stadtwerke haben für das kommende Jahr schon mal 1,25 Millionen Euro in ihrem Wirtschaftsplan für das Projekt eingestellt. Für das Jahr 2018 sind 6,5 Millionen Euro im Budget eingeplant.

Das Göppinger Hallenbad wurde im Jahr 1963 eingeweiht. Um die Jahrtausendwende wurde es komplett um- und ausgebaut und eröffnete 2004 unter dem Namen Barbarossa-Therme neu. Seither gehört ein großer Sauna- und Wellnessbereich zu dem Stadtbad. 2009 wurde die Badearena durch einen Anbau deutlich vergrößert.

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