„Gemeinsam gegen Einsamkeit“ war das Motto einer Aktion zur Situation von Menschen mit Downsyndrom in der Villa Butz in Göppingen.
Einladende Backdüfte zogen durch die Räume der Villa Butz, dem „Haus der Familie“ in Göppingen. Sie stammten von den Erzeugnissen einer Backaktion am Welt-Downsyndrom-Tag. Sein diesjähriges internationales Motto lautet „Together Against Loneliness“ – „Gemeinsam gegen Einsamkeit“, das auf die gesellschaftliche Isolation vieler Menschen mit Downsyndrom aufmerksam macht, echte Teilhabe, Nähe und Inklusion fördern und ein Bewusstsein für deren Lebensrealität schaffen soll.
Zahlreiche internationale Aktionen und Veranstaltungen
Die Göppinger Backaktion ist eine von zahlreichen internationalen Aktionen und Veranstaltungen. Sie fand in Kooperation vom Haus der Familie, dem Verein Gemeinsam Leben und dem Erich-Kästner-Gymnasium Eislingen statt. Von diesen drei Institutionen trafen sich junge Menschen mit Downsyndrom, Gymnasiasten und ein Student, um miteinander unter Anleitung von Sozialpädagoginnen gemeinsam in zwei Küchen der Villa Butz zu backen. Für die Organisation waren Mareike Kroll vom Haus der Familie mit Unterstützung von Annette Wanner vom Verein Gemeinsam Lernen und der EKG-Lehrerin Elisabeth Dorvil verantwortlich.
Mit der Backaktion, die von der deutschen Sozialorganisation Aktion Mensch gefördert wird, sollen die Ziele des Welt-Downsyndrom-Tags verfolgt werden. Dass diese Ziele erreicht wurden, konnte man sehen: Behinderte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene arbeiteten gemeinsam mit Menschen ohne Einschränkungen für ein gemeinsames Essen. Man konnte keinerlei Berührungsängste oder Hemmungen bei den Backteams feststellen.
Respektvoll auf Augenhöhe begegnen
Michael Königer, ein 28-Jähriger mit Downsyndrom, zeigte stolz, wie er Muffins backt, während Niklas, der ehemalige Abiturient, helfend seine Backkompetenzen erweiterte. „Ich habe in einem anderen Kurs von Menschen mit Downsyndrom sogar gelernt, wie man Maultaschen macht, denn wir begegnen uns alle sehr respektvoll auf Augenhöhe“, schwärmt Niklas, der Student für Elektrotechnik, und ergänzt: „Menschen mit Behinderung können besser kochen und backen als ich, wir können alle voneinander lernen.“ Das möchte auch Annalena Heybach von der 11. Klasse der Geislinger Emil-von-Behring-Schule: „Im normalen Alltag hat man keinen Kontakt zu den behinderten Menschen und so kann ich hier persönlich sehr viel mitnehmen.“