Ob Wildtiere im Zirkus am richtigen Ort sind? Wohl kaum, kommentiert unsere Redakteurin. Foto: EPA

Auch wenn es Zirkusse gibt, die Wildtiere halbwegs artgerecht halten, die Mehrzahl vermag das nicht. Der Schutz der Tiere sollte vorgehen, findet unsere Autorin Karen Schnebeck.

Göppingen - Es gibt wohl niemanden, der von guten Zirkusnummern mit Elefanten, Seehunden und anderen Wildtieren nicht beeindruckt ist. Doch sobald man anfängt, darüber nachzudenken, was die für uns so unterhaltsamen Nummern für die Tiere bedeuten, bekommt die Sache einen schalen Beigeschmack. Man muss nicht viel über Wildtiere wissen, um zu verstehen, dass ein Zirkus kein Ort für sie ist. Viele von ihnen streifen in der Natur in Herden umher. Sie brauchen den Kontakt zu Artgenossen, sie brauchen die Bewegung, und sie brauchen die Herausforderungen, die ein Leben in der Wildnis mit sich bringt. Sonst verkümmern sie.

Manche Zirkusse argumentieren, es handle sich ja gar nicht mehr um Wildtiere, sondern um Nachzuchten. Doch selbst wenn ein Elefant, Löwe oder Tiger hinter Gittern geboren wurde, bleibt er ein Wildtier. Seine Instinkte und seine Bedürfnisse bleiben die gleichen.

Ja, auch unsere Haustiere waren früher einmal Wildtiere. Doch bis Hunde und Katzen domestiziert waren, dauerte es Tausende von Jahren. Und sie schlossen sich dem Menschen freiwillig an, folgten ihm durch die Jahrhunderte und wurden schließlich zahm. Wildtieren in Zirkussen hingegen wurden in die Manegen gezwungen. Es wird Zeit, davon Abschied zu nehmen und sie in eine artgerechtere Umgebung zu entlassen. Auch ohne sie haben gute Zirkusse genügend Attraktionen, mit denen sie ihr Publikum begeistern können.

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