Die Stärke der Strahlung variiert in Göppingen: Höchstwerte werden aber nicht erreicht. Foto: zap

Eine Fachhochschule hat gemessen, wie stark Städte von Elektrosmog betroffen sind. Unter dem Hohenstaufen sind die Werte vergleichsweise gut.

Göppingen - Wenn es um das Thema Strahlenbelastung durch Handys und andere Geräte geht, steht die Stadt Göppingen relativ gut da, in Ludwigsburg dagegen liegen die Werte deutlich höher. Das ist das Ergebnis einer Messung der niedersächsischen Hochschule für angewandte Wissenschaften Ostfalia. In 203 Städten hat die Fachhochschule in den vergangenen Jahren sogenannte Feldstärkemessungen vorgenommen, zuletzt waren Ludwigsburg und Göppingen an der Reihe. Ludwigsburg belegt im Ranking der durchschnittlichen Feldstärke Rang 33 Göppingen ist auf Platz 100.

Auf den vorderen Plätzen liegen ausnahmslos Großstädte. Stuttgart, wo die Experten der Ostfalia bereits im August 2015 unterwegs waren, befindet sich auf Platz 14, an der Spitze liegen Düsseldorf, München und Hamburg. „Es gibt eine starke Korrelation zwischen der Bevölkerungsdichte und der Feldstärke“, sagt Matthias Hampe, Professor an der Ostfalia. Die Feldstärke ist eine physikalische Größe; in die Ergebnisse fließen nicht nur Handystrahlen ein, sondern auch Strahlung durch WLAN-Netze, Polizei-, Feuerwehr- und Amateurfunk, digitales Antennenfernsehen, teilweise sogar Garagentoröffner oder Flughafenradar.

Mobilfunk ist der wichtigste Faktor

Mobilfunk allerdings sei der wichtigste Faktor, sagt Hampe, und in der Regel seien es nicht Privatpersonen, die die Werte nach oben trieben. „Wenn wir hohe Werte messen, liegt das fast immer daran, dass sich in der Nähe ein Mobilfunkmast befindet.“ Das erklärt, warum die Werte in Großstädten deutlich höher sind: Dort sind die Netze besser ausgebaut als auf dem Land.

Für jede der analysierten Städte stellt die Ostfalia unter www.feldkarte.de eine Karte mit Messergebnissen im Internet bereit. In Göppingen sind die meisten Straßenzüge grün markiert, das heißt, die Werte sind im mittleren Bereich. Einige Hauptverkehrsachsen, etwa die Lorcher Straße im Bereich der Jebenhäuser Brücke oder die Osttangente zwischen Göppingen und Eislingen, aber auch die Bahnhofstraße auf Höhe der Firma Schuler sind orange eingefärbt, dort ist die Strahlung etwas höher. Im roten Bereich liegt die Strahlung nirgends. In Ludwigsburg hingegen gibt es auch einzelne rote Markierungen. Das bedeutet aber nicht, dass dort die Grenzwerte überschritten sind. Eine Überschreitung, so Hampe, habe man noch nie festgestellt.

Keine Daten zur Innenstadt

Während die Ostfalia die Strahlung im Rahmen eines Forschungsprojekts misst, ist die Bundesnetzagentur von Gesetz wegen zuständig, die Einhaltung der Grenzwerte zu überwachen. Die Messverfahren sind völlig unterschiedlich. Die Hochschule fährt mit einem Auto Straßen ab, ein Messgerät im Kofferraum sammelt Daten – eine zeitlich sehr begrenzte Stichprobe. Die Agentur misst an einer zuvor definierten Stelle über einen langen Zeitraum und entwickelt aus den Daten einen Durchschnittswert. Eine weitere Schwäche der Untersuchung: Daten werden vorwiegend an Hauptverkehrsachsen gesammelt. Für Göppingen etwa gibt es keine Werte zur Belastung in der Innenstadt. „Wir messen sehr kurz, aber ziemlich genau“, sagt Hampe. Und erfahrungsgemäß sei die Belastung entlang großer Straßen am höchsten, weil es dort mehr Sendemasten gebe.

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