Rund 10 Milliarden Euro wird Bayer im Glyphosat-Streit zahlen. Foto: AFP/PATRIK STOLLARZ

Glyphosat, ein krebserregender Stoff? Diese Streitfrage wird seit einiger Zeit vor US-Gerichten verhandelt, Sammelklagen sind gegen Bayer eingegangen. Nun lenkt der Konzern ein und will den Konflikt mit Entschädigungszahlungen lösen.

Berlin - Der Chemiekonzern Bayer hat sich zur Zahlung von 10,9 Milliarden Dollar (rund 9,7 Milliarden Euro) im Rechtsstreit um den Wirkstoff Glyphosat in Unkrautvernichtern der von ihm übernommenen Firma Monsanto bereit erklärt. Die Vereinbarung werde geschätzt 75 Prozent der 125 000 vor Gericht eingereichten und nicht eingereichten Fälle beilegen, teilte das Unternehmen mit. Der US-Bezirksrichter Vince Chhabria müsse die Vereinbarung noch genehmigen. Um andere Streitfälle zu lösen, sollten zusätzlich bis zu 1,22 Milliarden Dollar bereitgestellt werden.

In den USA haben zig Menschen geklagt, weil sie eigenen Angaben nach durch den mitunter jahrelangen Einsatz des Monsanto-Unkrautvernichters Roundup an Krebs erkrankt sind. Bayer kaufte Monsanto vor zwei Jahren.

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Bis zu 400 Millionen Dollar will der Chemiekonzern nach eigenen Angaben zur Beilegung von Verfahren um den Unkrautvernichter Diacamba zahlen, der auf Pflanzen gelangte, die ihn nicht abwehren konnten und so abstarben. Bis zu 280 Millionen Dollar soll im Konflikt mit Klägern rund um den Schadstoff PCB bereitgestellt werden. Dieser wurde bis 1977 von Monsanto hergestellt und ist in US-Gewässern entdeckt worden.

Mit den Entschädigungszahlungen solle noch in diesem Jahr begonnen werden, teilte Bayer mit.

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