Die Basement Bigband bringt im Nellinger Theater Swing-Hits auf die Bühne. Foto: Rainer Kellmayer

Hits der 1930er Jahre zum Mittanzen und Jubiläumsbriefmarken: Die Benefizveranstaltung „Glücksmomente“ in Ostfildern konnte am Wochenende mit verschiedenen Höhepunkten begeistern.

Es war ein Auftakt nach Maß: Am Freitagabend startete die vierte Auflage der „Glücksmomente“ im Nellinger Theater an der Halle in Ostfildern mit einem furiosen Swing-Abend. Zum Konzert mit der Wendlinger Basement Bigband hatte Kulturveranstalter Winfried Kampmann eingeladen. Die drei Glücksmomente-Veranstaltungen des Wochenendes standen unter einem karitativen Gedanken: Die Einnahmen fließen dem Hospizdienst Ostfildern zu.

 

Mit Count Basies „Swinging the Blues“ legte die Band schwungvoll los. Der Evergreen „Don’t get around“ fesselte die Zuhörer, und später rockten bekannte Swing-Titel wie „Satin Doll“ von Duke Ellington oder Glenn Millers „Tuxedo Junction“ die Bühne. Schnell sprang der Funke aufs Publikum über: Die ersten Paare wagten sich aufs Tanzparkett. Die gelungenen Choreografien der Tänzerinnen und Tänzer zeigten, dass sie den aus den 1930er Jahren stammenden Swing-Tanzstil „Lindy Hop“ perfekt beherrschen. Das machte anderen Tanzfans Mut.

Briefmarken zum Jubiläum der Stadt Ostfildern

Neben der begeisternden Musik der Basement Bigband brachte der Abend einen weiteren Höhepunkt: Erstmals wurde die Briefmarkenserie vorgestellt, die der Versanddienstleister BW Post zum Jubiläum „50 Jahre Ostfildern“ herausgebracht hat. Nach erheblichen Irritationen im Vorfeld um die Urheberrechte der Fotos, die alle sechs Stadtteile der Fildergemeinde abbilden, gab es am Freitagmorgen grünes Licht: Die Marken durften veröffentlicht werden. Winfried Kampmann, der die Briefmarkenbögen zusammen mit seiner Lebensgefährtin Nicola Hoffmann und Monika Bader vom Hospizdienst Ostfildern präsentierte, war erleichtert: „Der Erlös aller Briefmarken, die heute Abend verkauft werden, fließt den Spendeneinnahmen für den Hospizdienst zu.“

Dann war wieder die Basement Bigband am Zug. Bandleader Martin Schmelcher hatte seine Mannschaft auf den Punkt hin fit gemacht: Die Instrumentalisten zeigten sich als gut eingespieltes Team. „Unsere Musik hat ihre Wurzeln in der Ballroom-Musik der 1930er Jahre“, erzählte Andreas Keller, der humorig durch den Abend führte. Damals hatten die Ballrooms auch eine politische Dimension. „Der große Savoy Ballroom in New York war allen Gesellschaftsschichten zugänglich. Doch in vielen Ballrooms gab es eine strikte Trennung: Im Saal tanzten die Weißen, und auf der Bühne musizierten farbige Musiker“, erzählte Keller.

Vokalisten brillieren beim Konzert in Ostfildern

Besonders gut kamen die beiden Vokalisten an. Franziska Vogel brillierte in „Night and Day“ mit ihrer voluminösen, sehr ausdrucksstarken Stimme, und das einschmeichelnde Organ von Henrik Renz erinnerte an den berühmten Entertainer Frank Sinatra. Im Duett „Fever“ von John Davenport sorgten sie, stimmlich bestens abgestimmt, für ein vokales Highlight.

Winfried Kampmann, Nicola Hoffmann und Monika Bader (von links) stellen die neuen Briefmarken der BW Post vor. Foto: Rainer Kellmayer

Der Bandsound war geprägt von Drive, unbändiger Energie, Spielwitz und musikantischem Feuer. Immer wieder erhoben sich brillante Soli aus dem Gesamtklang, die die instrumentalen Qualitäten der Musikerinnen und Musiker in hellem Licht erstrahlen ließen. Und als die Basement Bigband mit Count Basies „One O’Clock Jump“ das Finale ansteuerte, war noch lange nicht Schluss: Das stürmisch applaudierende Publikum erklatschte sich mehrere Zugaben.

Winfried Kampmann war zufrieden: „Wir haben heute in einer tollen Veranstaltung viele Glücksmomente erlebt.“ Zur zweiten Veranstaltung der Reihe am Samstagabend sollte Pascal Violo mit seiner packenden Multivisionsshow „Himalaya – Gipfel, Götter, Glücksmomente“ das Publikum begeistern. Der Abend musste allerdings kurzfristig krankheitsbedingt abgesagt werden. Am Sonntag hatten die Gäste beim Menü in Schlecht’s Scheunenbesen nicht nur am deftigen Essen ihre Freude, sondern auch an humorigen Ausflügen des Kabarettisten Link Michel.

In der ersten veröffentlichten Version des Artikels war ein Fehler unterlaufen. Darin stand fälschlicherweise, die erwähnte zweite Veranstaltung der Reihe – die Multivisionsshow „Himalaya – Gipfel, Götter, Glücksmomente“ mit Pascal Violo – habe am Samstag stattgefunden. Das wurde mittlerweile korrigiert.