Ein Global Player hat gut lachen: Walter Schultheiß und seine Frau Trudel Wulle bei der Film-Sondervorführung für StN-Leser im Kino Metropol. Foto: Leif Piechowski

Als Ehrengast bei dem schwäbischen Kinoabend von Lotto und StN für unsere Leser am Dienstagabend im Metropol-Kino unter der Kuppel des alten Bahnhofs an der Bolzstraße trat Walter Schultheiß so auf, wie man ihn seit Jahrzehnten kennt: bescheiden.

Stuttgart - Wie ein Lottogefühl dürfte sich anfühlen, was Walter Schultheiß mit 89 Jahren gerade erlebt. In dem Kinofilm „Global Player – wo wir sind isch vorne“, so schreibt „Die Zeit“, beherrscht der große Schwabe „jede Sequenz, selbst wenn er nicht im Bild ist“. Ein ganzes Leben lang habe er auf seine erste Kinohauptrolle warten müssen, doch nun ist für die Hamburger Wochenzeitung endgültig klar: „Er ist der Star, die eigentliche Entdeckung des Films.“

Als Ehrengast bei dem schwäbischen Kinoabend von Lotto und StN für unsere Leser am Dienstagabend im Metropol-Kino unter der Kuppel des alten Bahnhofs an der Bolzstraße trat Walter Schultheiß so auf, wie man ihn seit Jahrzehnten kennt: bescheiden. Ein „Star der stillen Art“. StN-Chefredakteur Christoph Reisinger bedankte sich an diesem Abend für die jahrzehntelange Treue: Seit 1950 ist der Schauspieler, der in Wildberg im Schwarzwald lebt, Abonnent der Stuttgarter Nachrichten, weil es für ihn, wie er sagt, wichtig ist, „was in Stuttgart passiert“, und er uns „immer wieder gern“ liest. Heute kann er also in seiner Lieblingszeitung lesen, dass er in der Tragikomödie „Global Player“ von Hannes Stöhr als sturköpfiger Patriarch wahrhaft glänzt. Glückwunsch für die überzeugende Leistung! Verzweifelt versucht der alte Herr in dem Film, seine mittelständische Fabrik vor dem Niedergang und dem Zugriff chinesischer Investoren zu retten.

Keiner sollte Schwaben unterschätzen!

Kaufen konnte man die Karten nicht für die Sonderaufführung, sondern nur gewinnen. 120 Leser unserer Zeitung hatten Glück. An diesem Abend feierte Toto-Lotto Baden-Württemberg Premiere des Kinospots „Seit i mir’s leischda ko“ und lud dazu Promis wie den früheren Fußball-Nationalspieler Karl Allgöwer, den Boxprofi Luan Krasniqi, die Schauspieler Uta Bonz, Kathrin Kestler und Vladislav Grakovskiy, TV-Moderator Chris Fleischhauer (die erste männliche Lottofee in Deutschland), Manfred Langner, Intendant des Alten Schauspielhauses, Designer Tobias Siewert und MdL Muhterem Aras ein. In ihrem Werbespot für Lotto setzen frühere Studenten der Filmakademie Ludwigsburg auf den Reiz der schwäbischen Sprache, als Vorspiel für den Hauptfilm bestens geeignet.

Marion Caspers-Merk, Geschäftsführerin von Lotto Baden-Württemberg, freute sich über „die Verbindung zwischen unserem Spot und dem Film von Hannes Stöhr“. Als gebürtige Mannheimerin und „gelernte Südbadenerin“ wisse sie, wie wichtig der Heimatdialekt sei. „Der neue Lottospot arbeitet mit Humor und spielt mit dem Heimatdialekt“, sagte sie, „ein Lottogewinn kann Lebensqualität und ein Stück Freiheit bedeuten.“ Zu dieser Freiheit zählt sie die Mundart. Die Global Player dieser Welt sollten dies nicht vergessen.

Es ist ja auch egal, wo Schwaben gerade sind – eines gilt, wie die Zuschauer des Global-Films wissen: Wo wir sind, isch vorne. Keiner sollte Schwaben unterschätzen!

Regisseur Stöhr, 43, ein gebürtiger Stuttgarter, dem mit „Berlin Calling“ ein „Kultfilm“ gelungen ist, war beeindruckt von der Professionalität seines Hauptdarstellers. Schon bei den Proben habe dieser nicht nur seinen eigenen Text perfekt auswendig gewusst, sondern auch die Dialoge der anderen Schauspieler wie Ulrike Folkerts. Dass Schultheiß, der „immer unterschätzt wurde“, wie der Drehbuchautor Felix Huby sagt, so lange warten musste auf seine Kinohauptrolle, stört den 89-Jährigen nicht, der mit seiner Frau, der Schauspielerin Trudel Wulle, ins Metropol kam. Seit seinen Anfängen habe er sich an einen Grundsatz gehalten: „Es gibt keine großen und kleinen Rollen, sondern nur gute und schlechte.“

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