Tilman Kuban wählt den falschen Weg zur Profilierung. Foto: dpa

Im Zorn auf Merkel leistet sich der neue Chef der Jungen Union einen schlimmen Fehltritt, meint Berhard Walker.

Berlin - Er ist keine zwei Wochen im neuen Amt – und fällt schon mit grobem Unfug auf. Die CDU, meint JU-Chef Tilman Kuban, habe in den vergangenen Jahren eine „Gleichschaltung“ erlebt. Ja, Angela Merkel hat die CDU in vielen Fragen in die Mitte gerückt. Und, ja, die Konservativen in der Union sehen diese Entwicklung kritisch. Darüber jammern sie seit Jahren, ohne dass sie es je geschafft hätten zu sagen, was sie denn als „konservativ“ verstehen, und dafür dann in den Vereinigungen der CDU, auf Landes- oder Bundesparteitagen zu kämpfen. Ganz klassisch-konservativ Parteiarbeit zu machen war halt nicht so ihr Ding. Dafür nennt nun der neue Chef der Jungen Union die Ausrichtung auf die Mitte allen Ernstes in einem Atemzug mit „Gleichschaltung“. Eine üble Entgleisung Kubans.

Nazi-Jargon geht nie

Immerhin bezeichnet dieses Wort die absichtsvolle und gewalttätige Strategie der Nationalsozialisten, ihre Macht zu festigen und das gesamte Leben der Bürger vor 80 Jahren ihrer Diktatur zu unterwerfen. Seine Wortwahl sei „unpassend“ gewesen, fügt Kuban nun eilends nach einem heftigen Proteststurm an. Unpassend ist aber eher, dass eine große Jugendorganisation von einem Mann geführt wird, der vor lauter Groll auf Merkel mal eben den Unterschied zwischen Diktatur und Demokratie vergessen hat.

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