Der Glasfaserausbau im Kreis Esslingen startet in sieben Gemeinden, um „weiße Flecken“ zu beseitigen. Welche Orte profitieren und welche Herausforderungen bestehen?
Videocalls im Büro oder Homeoffice, cloud-basierte Arbeitssoftware, das Onlineshopping oder Serienstreaming am Abend auf der Couch – eine schnelle Internetverbindung ist für die meisten aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Dennoch gibt es im Kreis Esslingen noch einige „weiße Flecken“, an denen das Internet stockt. Das soll sich mit neuen Verträgen zwischen Kommunen und der Telekom ändern.
Das Telekommunikationsunternehmen hat den Zuschlag für den Glasfaserausbau in sieben Städten und Gemeinden im Kreis Esslingen erhalten. Das berichtet die Gigabit Region Stuttgart, in der sich die Landkreise und Kommunen zusammengetan haben, um gemeinsam flächendeckend schnelles Internet zu erreichen. Gebaut wird demnach in Bempflingen (im Ortsteil Kleinbettlingen), Baltmannsweiler, Lichtenwald, Wendlingen, Neidlingen und Wernau sowie in einem Gewerbegebiet in Köngen.
Glasfaserausbau beseitigt „weiße Flecken“ im Kreis Esslingen
Ziel ist die Tilgung der bereits genannten „weißen Flecken“ von der Landkarte. Früheren Erläuterungen zufolge handelt es sich dabei um Gebäude, in denen mit weniger als 30 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Netz gesurft werden kann. Mittlerweile üblich sind in Deutschland Datenübertragungsgeschwindigkeiten zwischen 50 und 250 Mbit/s. Der nun im Landkreis geplante Ausbau betrifft den weiteren Angaben zufolge sechs Infrastrukturprojekte, zwei Gewerbegebiete und unterversorgte Haushalte an insgesamt 330 Adressen.
Die Telekom handelt dabei nicht eigenwirtschaftlich. Das Unternehmen hat sich vielmehr bei der Ausschreibung um den geförderten Ausbau durchgesetzt und ist mit der Unterzeichnung mehrerer Verträge offiziell beauftragt, bisher mit schnellem Internet unterversorgte Objekte im Rahmen des „Weiße-Flecken-Förderprogramms“ anzuschließen. Die Gesamtfinanzierung der Projekte beläuft sich laut Gigabit Region auf mehr als 6,5 Millionen Euro. Fördermittel kommen von Bund und Land. Hintergrund dieser Vereinbarungen ist, dass sich aus Perspektive privater Netzinfrastrukturunternehmen der Breitbandausbau in manchen Gegenden wirtschaftlich nicht lohnt und das Interesse an Glasfaseranschlüssen in der Bevölkerung verhalten ist. Herbe Enttäuschungen gab es bereits in mehreren Kreiskommunen, in denen sich Ausbaupläne stark verzögern, Unternehmen gar davon zurückgetreten oder Pleite gegangen sind. Vielerorts kommen nun Ausbauprojekte mithilfe staatlicher Zuschüsse in Gang.
„Davon profitieren Gebiete, die wir im Eigenausbau nicht erschließen könnten“
„Davon profitieren Gebiete, die wir im Eigenausbau nicht wirtschaftlich erschließen könnten“, sagte Sabine Wittlinger, Partnermanagerin der Telekom. Die Möglichkeit des geförderten Ausbaus bedeute für die Kommunen, dass sie großflächig von der Qualität der Netze profitieren und Flickenteppiche mit unterschiedlicher Versorgung für die Bürgerinnen und Bürger vermieden werden.
„Mit der Deutschen Telekom haben wir einen kompetenten und zuverlässigen Partner für den Glasfaserausbau an unserer Seite“, sagte Landrat Marcel Musolf, Vorsitzender des Zweckverbands Breitbandversorgung Landkreis Esslingen – dieser ist Teil der Gigabit Region Stuttgart. „Damit kommen wir der digitalen Zukunft und unseren Ausbauzielen im Landkreis Esslingen wieder einen Schritt näher.“