Negativwerbung: So sah es noch zur Wochenmitte in der Kronprinzstraße aus. Foto: Gauss

Entspannung im Flaschen-Chaos: Am Donnerstag wurden überfüllte Glascontainer im Stuttgarter Stadtgebiet geleert. Doch Fragen bleiben.

Stuttgart - Am Donnerstagmorgen erhielt Alexander Gauß, Restaurantmanager der Meatery in der Kronprinzstraße 24, eine Mitteilung der Polizei – eine erfreuliche Mitteilung: Die Flaschen kommen weg.

Endlich! Seit Tagen hatte Gauß auf das Flaschenmeer vor dem Restaurant aufmerksam gemacht. Mehrfach verschickte er Mails – an die Stadt und an die zuständige Recycling-Firma Remondis, die für die Leerung der 309 Glascontainer in Stuttgart zuständig ist. Dort wurde er vertröstet: Wegen unvorhersehbarer Personalprobleme habe man die Altglas-Container nicht in dem gewohnten Umfang leeren können, bedeutete ihm Remondis-Niederlassungsleiter Heribert Streubel vor Weihnachten. Um Abhilfe zu schaffen, habe man die Kapazitäten aufgestockt: „Wir gehen davon aus, dass der Platz kurzfristig geleert sein sollte.“

„Wer haftet in einem Notfall?“

Getan hat sich jedoch erst mal nichts. „Die Flaschen sind Gesprächsthema bei den Leuten“, berichtet Gauß. „Passanten warfen uns vielsagende Blicke zu.“ In der Meatery, so könnte man meinen, werde kräftig gebechert. „Wir hatten Betriebsfeier“, war dann immer die scherzhafte Reaktion des Restaurantmanagers . Natürlich habe man die eigenen leeren Flaschen in einem Lagerraum aufbewahrt, um das Chaos auf der Fläche vor dem Restaurant nicht noch zu vergrößern, erzählt Gauß. Gleichzeitig wuchs bei ihm der Ärger: „Wenn ich meine Terrassenfläche um 60 Zentimeter vergrößern will, geht das nicht.“ Dass die Fläche rund um die Container zugestellt werde, nehme man aber offenbar hin.

Für Gauß stellten sich angesichts des Flaschenmeers auch Sicherheitsfragen: „Der Platz dient im Notfall als Aufstellfläche für die Feuerwehr. Wer haftet, wenn nicht richtig gerettet werden kann?“, fragte er sich. Und: „Kann ich mit ruhigem Gewissen weiterhin Gäste in unserem Lokal aufnehmen?“ Jetzt kann er wieder: Der Flaschenberg in der Kronprinzstraße ist abgetragen. Der Restaurantmanager hofft, dass ihm mitleidige Blicke von Passanten künftig erspart bleiben.

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