Olaf Glaeseker (links) mit seinem Anwalt. Foto: dpa

Eine Stunde lang werden im Prozess gegen Wulffs früheren Sprecher Olaf Glaeseker Mails und SMS verlesen - sie sollen verdeutlichen, in welchem Verhältnis Glaeseker und der Partymanager Manfred Schmidt standen.

Eine Stunde lang werden im Prozess gegen Wulffs früheren Sprecher Olaf Glaeseker Mails und SMS verlesen - sie sollen verdeutlichen, in welchem Verhältnis Glaeseker und der Partymanager Manfred Schmidt standen.

Hannover - Beim Korruptionsprozess gegen den früheren Sprecher von Ex-Bundespräsident Christian Wulff, Olaf Glaeseker, standen am Dienstag Mails und SMS im Zentrum des Interesses. Sie sollten die Beziehungen zwischen dem 52-Jährigen und dem befreundeten und mitangeklagten Partymanager Manfred Schmidt verdeutlichen.

Beide müssen sich seit vergangener Woche vor dem Landgericht Hannover wegen Bestechlichkeit verantworten. Als Wulffs Regierungssprecher in Niedersachsen soll Glaeseker zwischen 2007 und 2009 Schmidt bei der Sponsorensuche für die Promi-Fete Nord-Süd-Dialog geholfen haben. Im Gegenzug soll Schmidt Glaeseker Flugreisen und Urlaube spendiert haben.

Aus den fast eine Stunde lang verlesenen Unterlagen wurde deutlich, dass Niedersachsen daran interessiert war, Schmidt als Partymanager zu beauftragen. Glaeseker warb danach für den Nord-Süd-Dialog aktiv für ihn um Sponsoren. Aus weiteren Unterlagen ging aber eindeutig hervor, dass Schmidts Party-Agentur als Gastgeber des Nord-Süd-Dialogs die volle wirtschaftliche Verantwortung trug.

Glaeseker selbst äußerte sich im Gericht nur kurz zu Detailfragen, unter anderem zu den verlesenen Telefonnachweisen. Aus ihnen ging hervor, dass Glaeseker während seiner zwölf Urlaubsaufenthalte bei Schmidt viermal Kontakt mit seinem einstigen Dienstherrn hatte. Wulff soll im kommenden Jahr als Zeuge vor Gericht aussagen.

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