Alexander Franke präsentiert das Unikat: Die Stuttgarter Gin-Hersteller „Ginstr“ verlosen am Donnerstagabend eine „vergoldete“ Ginflasche. Foto: Alexander Franke

Nachdem Fußballstar Franck Ribéry für ein vergoldetes Steak scharf kritisiert wurde, nutzen einige Unternehmen die Diskussion für Eigenwerbung.

Stuttgart - Für 1200 Euro ließ sich Franck Ribéry vergangenen Freitag ein mit 24 Karat Blattgold überzogenes Steak in Dubai servieren und zeigte sich damit auf Instagram. Die Aufregung in den sozialen Medien war groß, zumal Ribéry verbal zum Gegenangriff austeilte. „Dekadenz“, das war der Vorwurf an dem Mittelfeldspieler vom deutschen Rekordmeister Bayern München.

Nachdem sich sowohl Promis als auch TV-Köche zum Gold-Steak-Eklat geäußert haben, nutzen nun auch Unternehmen den Dekadenz-Hype und nehmen es mit Humor. Ganz vorne mit dabei: Die Stuttgarter Gin-Brenner von Ginstr.

Auf Facebook verlost die Gin-Brennerei eine Gin-Flasche mit Goldstaub und schreibt: „Vergoldetes Steak kann jeder“. Alle, die an der Unikat-Flasche interessiert sind, sind aufgefordert, ihren dekadentesten Freund zu markieren. Am Donnerstagabend werden sie den Gewinner der Verlosung bekannt geben.

Ginstr-Gründer nutzt die Diskussion für sich

„Das war eine typische Schnapsidee von uns“, sagt Ginstr-Gründer Alexander Franke auf Nachfrage unserer Zeitung. Beim Mittagessen beim Italiener nebenan sei die Ginstr-Gruppe auf Ribérys vergoldetes Steak zu sprechen gekommen. „Wie Ribéry sich geäußert hat, war natürlich gar nicht gut“, findet Franke.

Ribéry hatte als Reaktion auf die öffentlichen Anschuldigungen ordentlich ausgeteilt: „Beginnen wir mit den Neidern und Hatern, die durch ein löchriges Kondom entstanden sein müssen: F**** eure Mütter, eure Großmütter und euren gesamten Stammbaum.“ – eine üble Beleidigung an seine Kritiker.

Doch insgesamt findet Franke, das Steak sei es nicht wert, Ribéry so zu verurteilen. „Hätte er sich eine Rolex gekauft, wäre der Trubel vermutlich nicht so groß gewesen“, vermutet Franke. Er ist der Meinung: „Wenn man so viel verdient, kann man sich auch mal was gönnen.“

Die Ginstr-Jungs nahmen die ganze Aufregung mit Humor. Mit viel Mühe vergoldeten sie in einer gemeinsamen Aktion eine ihrer Gin-Flaschen. Franke gesteht: „Wir sind alle nicht die handwerklich Begabtesten. Ich stand zum ersten Mal in einem Bastellladen.“ Die Flasche habe vor allem individuellen Wert: „So viel Liebe, wie wir da reingesteckt haben, ist die Flasche deutlich mehr wert als Ribérys Steak“, sagt er scherzhaft. Dem Gewinner oder der Gewinnerin werden Franke und sein Kollege Markus Escher die Flasche persönlich vorbeibringen und mit ihm oder ihr einen Gin Tonic trinken.

Auch Lidl ist auf den Steak-Zug aufgesprungen

Mit den Reaktionen auf Facebook und Instagram hätten die beiden Stuttgarter nicht gerechnet. Insgesamt haben sich schon fast 3000 User für die Verlosung gemeldet (Stand Mittwoch, 13 Uhr) und ihre Bewerbung in witzige Geschichten verpackt. Franke und Escher haben die schwierige Aufgabe, die beste Geschichte auszuwählen. Keine leichte Aufgabe laut Franke: „Wir haben schon so viele witzige Kommentare gelesen. Wir haben uns fast totgelacht.“

Nicht nur die Macher von Ginstr, auch der große Discounter Lidl macht sich einen Spaß aus Ribéry und dem Gold-Steak und postete auf Facebook diesen Aufruf:

Ob der Goldstaub nun eine Bewerbungsflut auf diese Stellenausschreibung auslöst, wird sich zeigen. Zumindest sorgt der Aufruf auf Facebook für einige Klicks und Aufmerksamkeit.

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