Alcatel-Lucent-Chef Michel Combes (links) spricht mit Nokia-Boss Rajeev Suri. Die Übernahme ist nun sicher. Foto: AFP

Für 15,6 Milliarden Euro will Nokia Netzausrüster Alcatel-Lucent übernehmen. Der Deal wurde über lange Zeit eingefädelt. Im Südwesten sind rund 2000 Mitarbeiter betroffen.

Was ist geplant?

Der Netzwerkausrüster Nokia will den französischen Konkurrenten Alcatel-Lucent komplett übernehmen. Das finnische Unternehmen bietet dafür 15,6 Milliarden Euro in Form von eigenen Aktien an. Das verkündeten Nokia-Chef Rajeev Suri und Alcatel-Lucent-Boss Michel Combes am Mittwoch auf einer Pressekonferenz.
 
Der neue Netzwerkgigant soll Nokia Corporation heißen und seinen Hauptsitz in Finnland haben. In Frankreich soll es eine „starke Präsenz“ geben. Das neue Unternehmen soll Rajeev Suri führen, Aufsichtsratsvorsitzender soll Risto Siilasmaa werden. Nach der Fusion hätten die heutigen Nokia-Anteilseigner zwei Drittel der Nokia Corporation, die Aktionäre von Alcatel-Lucent den Rest. Das Geschäft soll Mitte 2016 abgeschlossen sein.

Warum gehen Nokia und Alcatel-Lucent zusammen?

Die Konkurrenz unter den Netzwerkausrüstern ist groß, der Wettbewerb wird stark über den Preis ausgetragen. Huawei aus China und Ericsson aus Schweden dominieren den Markt. Mit dem Zusammenschluss hätten Nokia und Alcatel-Lucent gemeinsam 108 000 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von rund 26 Milliarden Euro.
 
Damit würde das ­fusionierte Unternehmen zu Huawei und Ericsson aufschließen. Außerdem könnten Nokia und Alcatel-Lucent bis 2019 jährlich unter anderem 900 Millionen Euro Betriebskosten sparen.

Was geht die Fusion die Verbraucher an?

Netzausrüster wie Alcatel-Lucent und Nokia liefern die Infrastruktur für Netzbetreiber wie Vodafone. Da die Verbraucher immer intensiver sowohl das stationäre wie auch das mobile Internet nutzen, muss die Online-Infrastruktur leistungsfähiger werden. Ein größeres Unternehmen kann solche Investitionen besser stemmen und eine Infrastruktur aus einem Guss bieten.