Nordkorea hat die diplomatische Krise mit Malaysia weiter verschärft und den Botschafter des Landes (Mitte) ausgewiesen. Foto: AP

Nach einem spektakulären Giftmord verschlechtern sich die Beziehungen zwischen Malaysia und Nordkorea. Hintergrund ist der mysteriöse Anschlag auf den Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un.

Pjöngjang/Kuala Lumpur - Nordkorea hat die diplomatische Krise mit Malaysia weiter verschärft und den Botschafter des Landes ausgewiesen. Hintergrund ist der Streit über den Giftmord am Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un. Nordkorea steht im Verdacht, den Anschlag Kim Jong Nam mit dem gefährlichen Nervengas VX auf dem Flughafen von Kuala Lumpur in Auftrag gegeben zu haben.

Malaysia verwies deshalb den nordkoreanischen Botschafter am Samstag des Landes. Nordkorea habe den Botschafter Malaysias am Sonntagvormittag (Ortszeit) aufgefordert, das Land binnen 48 Stunden zu verlassen, berichteten Nordkoreas Staatsmedien am Montag.

„Diese gegenseitige Maßnahme ist in der Diplomatie normal“, sagte ein Sprecher des malaysischen Außenministeriums. Der Botschafter befinde sich bereits seit einiger Zeit in Malaysia, seitdem er zurückgerufen worden sei.

Pjöngjangs bisheriger Vertreter in Kuala Lumpur, Kang Chol, kritisierte unterdessen vor seinem erzwungenen Rückflug in seine Heimat in scharfem Ton die malaysische Regierung und die Ermittlungen der Polizei zum Fall Kim Jong Nam. Er warf der Regierung vor, „extreme Maßnahmen“ ergriffen und damit den bilateralen Beziehungen geschadet zu haben. Die Behörden hätten eine Autopsie der Leiche ohne „Zustimmung und Anwesenheit der nordkoreanischen Botschaft“ vorgenommen.

Kim Jong Nam war innerhalb von 20 Minuten tot

Malaysia hatte Kang bereits am Samstag zum Verlassen des Landes aufgefordert. Eine Ausweisung gilt als eine der härtesten Maßnahmen im diplomatischen Umgang zwischen zwei Staaten. .

Der Botschafter hatte Malaysia wiederholt vorgeworfen, mit anderen Staaten gegen sein Land zu paktieren, womit er offensichtlich Südkorea meinte. Zudem soll sich auf dem Botschaftsgelände noch einer von sieben Nordkoreanern aufhalten, die wegen des Mordes gesucht werden. Zwei Frauen aus Vietnam und Indonesien, die das Attentat verübt haben sollen, sitzen in Malaysia bereits in Haft.

Kims älterer Halbbruder war am 13. Februar vergiftet worden, als er nach Macau fliegen wollte. Der 45-Jährige, der zuletzt meist außerhalb Nordkoreas gelebt hatte, war innerhalb von 20 Minuten tot.

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