Die Verdächtige Vietnamesin Doan Thi Huong (Mitte) im April dieses Jahres vor einem Gerichtsgebäude in Sepang (Malaysia). Foto: AP

In schusssischeren Westen sind in Malaysia zum zweiten Mal die beiden Verdächtigen im Mordfall Kim Jong Nam zu einer Anhörung erschienen. Bei einer Verurteilung droht den beiden Frauen die Todesstrafe.

Kuala Lumpur - Die beiden Verdächtigen im Mordfall Kim Yong Nam sind zum zweiten Mal vor einem Gericht in Malaysia erschienen. Die aus Vietnam und Indonesien stammenden Frauen wurden am Dienstag in schusssicheren Westen in das Gerichtsgebäude in Kuala Lumpur gebracht. Ihnen wird zur Last gelegt, den Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un Mitte Februar mit dem Nervengas VX getötet zu haben. Bei einer Verurteilung droht ihnen die Todesstrafe.

Kim Jong Nam, der die letzten Jahre außerhalb seiner Heimat verbracht hatte, war am 13. Februar auf dem Flughafen von Kuala Lumpur Opfer eines Gift-Attentats geworden. Er starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Der ältere Halbbruder des amtierenden Machthabers hatte sich mehrfach kritisch über Nordkorea geäußert. Als Regimegegner galt er jedoch nicht.

Die 29 Jahre alte Vietnamesin Doan Thi Huong und ihre mutmaßliche Mittäterin Siti Aishah (25) hatten in ersten Vernehmungen behauptet, ausgetrickst worden zu sein. Angeblich dachten sie, für eine Art „Versteckte Kamera“ angeheuert worden zu sein.

Der Fall, der für schwere Verstimmungen zwischen Malaysia und Nordkorea gesorgt hatte, soll künftig vor dem Obersten Gericht Malaysias weiterverhandelt werden. Der Prozess findet unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Eine erste Sitzung Mitte April war nach wenigen Minuten vertagt worden.

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