Die Häufigkeit von Giftköder-Angriffen in Baden-Württemberg hat in den vergangenen Jahren etwas nachgelassen. Foto: dpa

Obwohl die Anzahl von Giftköder-Angriffen zurückgeht, überschatten auch 2018 neue Vorfälle diese Entwicklung. Für die Polizei gestalten sich die Ermittlungen gegen die Tierquäler schwierig.

Stuttgart - Wenn Hunde nach dem Spaziergang anfangen zu zittern oder sich komisch verhalten, klingeln bei vielen Hundebesitzern mittlerweile die Alarmglocken. Zu viele Meldungen gibt es seit Jahren über mit Nadeln gespickte Fleischbällchen oder mit Rattengift versetze Leckerlis. Auch in den vergangenen Wochen meldeten Polizeipräsidien im Südwesten entsprechende Funde.

Bei Freudenstadt erbrach kürzlich ein Hund nach dem Spaziergang Blut, ein Horber Artgenosse starb gar, nachdem er einen Köder gefressen hatte. Die Häufigkeit von Giftköder-Angriffen in Baden-Württemberg hat jedoch laut Landeskriminalamt in den vergangenen Jahren etwas nachgelassen. Nachdem die Verstöße gegen das Natur- und Tierschutzgesetz 2015 mit 97 Fällen ihren Höhepunkt erreicht hatten, sank die Zahl auf 62 Vorfälle in 2016. Im vergangenen Jahr blieb der Wert beinahe gleich.

Für die Polizei ist das Thema Giftköder ebenfalls präsent

„Wir können leider nicht bestätigen, dass die Zahl der Giftköder-Vorfälle sinkt. Die Vorfälle wechseln nur regional sehr stark“, sagt Stefan Hitzler, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes Baden-Württemberg. Dies komme vermutlich daher, dass es sich meist um gezielte Angriffe handle. „Wir beobachten, dass sich diejenigen, die Giftköder auslegen, stark auf ein bestimmtes Tier fokussieren, das sie gerade stört“, erzählt Hitzler. Was von den Tätern oft nicht bedacht werde: Durch ihr Handeln wird ein Lebewesen auf schmerzvolle und langsame Weise sterben - im schlimmsten Fall ein spielendes Kind.

Für die Polizei ist das Thema Giftköder ebenfalls präsent. „Das ist eine schwierige Sache. Meistens ist die Örtlichkeit ein Ansatzpunkt für Ermittlungen“, erklärt ein Sprecher des Stuttgarter Polizeipräsidiums. Auch die Art des Köders spiele eine Rolle. Blut- und Speichelproben der Tiere können zudem Hinweise liefern - in extremen Fällen sogar eine Obduktion. „Manchmal gehen wir auch einzelnen Verdachtsanzeigen gegen bestimmte Personen nach. Hier fehlen jedoch oft die Nachweise“, ergänzt ein Sprecher der Karlsruher Polizei. In beiden Städten können die Beamten jedoch keine Häufung entsprechender Vorfälle feststellen: „Es wird immer mal wieder angezeigt, aber die Anzahl hält sich in der Waage.“

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: