Der Kreisverkehr ist das Nadelöhr am Schelmenwasen. Foto: Archiv Michael Steinert

Die Stadt sucht weiterhin nach Lösungen für die Stauprobleme im Gewerbegebiet Fasanenhof-Ost. Untersucht wird beispielsweise, ob der Kreisverkehr zu einer ampelgeregelten Kreuzung zurückgebaut werden kann.

Fasanenhof - Die aktuelle Situation ist nicht mehr tragbar, schreibt ein Berufspendler in einer Mail an unsere Zeitung. Der Stau auf der Schelmenwasenstraße im Gewerbegebiet Fasanenhof-Ost nimmt nicht ab. Wie bereits mehrfach berichtet, stehen die Beschäftigten des Industriegebiets im nachmittäglichen Berufsverkehr mitunter mehr als eine Stunde, bis sie den Schelmenwasen über den Kreisverkehr verlassen können.

Seit einigen Wochen häufen sich allerdings die Meldungen über morgendlichen Stau hinein in das Gewerbegebiet. „Heute zum Beispiel habe ich 40 Minuten von der Höhe Flughafen auf der A 8 bis ins Industriegebiet gebraucht. Das heißt, es gibt jeden Morgen einen Rückstau von der B 27 bis weit auf die A 8“, schrieb uns ein Leser Ende Januar und fragte, ob es einen aktuellen Grund für diese Entwicklung gibt.

Die Ampel hatte nicht die erhoffte Wirkung

„Im Bereich Eichwiesenring 11 gibt es gerade eine größere Leitungsbaustelle, die tagsüber eine Vollsperrung des Astes zur Schelmenwasenstraße notwendig macht“, erklärt Martin Thronberens, Pressesprecher der Stadt, in einer schriftlichen Stellungnahme. „Die Fachabteilung hält es allerdings für unwahrscheinlich, dass diese Baustelle ursächlich für massive Verkehrsbehinderungen ist.“ Auch die Stuttgart-21-Arbeiten hält er nicht für die Ursache des morgendlichen Staus. „Was die Tunnelbaustelle von S 21 betrifft, gibt es nach den Wochenenden oder auch nach Feiertagen vermehrten Lkw-Verkehr, der die im 24/7-Tunnelbaubetrieb angefallenen Massen abtransportiert. Aber auch hier gilt, dass das nur eingeschränkte Verkehrsstörungen verursachen würde“, erklärt Thronberens.

Fakt ist, dass der Schelmenwasenring überlastet ist. Eine Ampel am Kreisel sollte Abhilfe schaffen. „Der Knotenpunkt Schelmenwasenstraße/Heigelinstraße ist teilweise überlastet. Die Teilsignalisierung des Kreisverkehrs hat nicht die erhofften Wirkungen erbracht“, heißt es seitens der städtischen Pressestelle.

Das Gebiet ist mit der U 6 an den ÖPNV angeschlossen

Die Verwaltung arbeite aber an „mittelfristigen Lösungen zur Verbesserung der Verkehrssituation“. Untersucht wird, ob der Kreisverkehr teilweise zweistreifig ausgebaut werden kann, beziehungsweise ob der Kreisel zu einer normalen, ampelgeregelten Kreuzung zurückgebaut werden kann. Nach derzeitigem Kenntnisstand sei dazu aber neues Planrecht erforderlich, erklärt die Stadt.

Auch eine Parkraumanalyse ist im Gespräch, die „Erstellung einer Parkraumbewirtschaftungskonzeption und Prüfung einer Stellplatzbeschränkung“, zählt Thronberens auf. Mit einem Wegfall des Gehwegparkens könnten zudem die Gehsteige verbreitert werden, die Stadt prüft zudem, ob der Radverkehr im Gewerbegebiet attraktiver gestaltet werden kann.

„Die Ergebnisse der laufenden Planungen werden voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2018 dem Gemeinderat vorgestellt, die Umsetzung der Maßnahmen könnte dann im Doppelhaushalt 2020/2021 erfolgen“, erklärt der Pressesprecher. Darüber hinaus wirbt Thronberens für die Nutzung der Stadtbahn. Mit der Stadtbahnlinie U 6 sei das Gewerbegebiet bereits gut an die öffentlichen Verkehrsmittel angebunden. „Durch die Verlängerung der U 6 zum Flughafen sowie die Inbetriebnahme von S 21 wird sich die Anbindung des Areals durch den ÖPNV weiter verbessern“, wirbt Thronberens.

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