Das Büro Wiedemann und Schweizer Landschaftsarchitektur aus Stuttgart hat Pläne für die Straßenzüge entwickelt, wo früher die Industriebahn fuhr. Foto:  

Im Gewerbegebiet Feuerbach-Ost haben sich ganz unterschiedliche Firmen und Unternehmen angesiedelt. Die Stadt will nun eine Vollzeitzeitstelle für einen Gewerbegebietsmanager schaffen. Der Gemeinderat muss der Finanzierung noch zustimmen.

Feuerbach - Feuerbach-Ost hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt – weg vom reinen Produktionsstandort, hin zu den unterschiedlichsten Nutzungen. Was für Wohngebiete gilt, lässt sich grob gesagt auch auf Gewerbegebiete wie Feuerbach-Ost übertragen: Wichtig für die Weiterentwicklung ist, Netzwerke zu knüpfen, Kooperationen zu bilden, Synergien zu schaffen, ein Wir-Gefühl sowie Pläne zu entwickeln, wie die Umgebung aufgewertet werden kann. Dies sind nur einige der Ziele des Projektes „Kooperatives Gewerbegebietsmanagement Feuerbach-Ost“. Seit anderthalb Jahren läuft dieser Prozess.

Mitgestalten und Entwickeln

Bei der ersten Gebietskonferenz im Oktober 2017 sagte der hier ansässige LED-Pionier Dietrich Brennenstuhl, Gründer und Geschäftsführer der Nimbus Group: „Wir haben die Gelegenheit, diesen vielseitigen, nuancierten Standort erfinderisch mitzugestalten, seine Identität zu stärken und das heterogene Flair im Gebiet weiterzuentwickeln.“ Genau auf diesem Weg befinden sich die Akteure nun. „Das Projekt ist in vollem Gange“, sagte Charlotte Schweyer vom Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung in der vergangenen Sitzung des Feuerbacher Bezirksbeirats. Dort berichtete sie über den aktuellen Zwischenstand und wie die dort entstandenen Impulse, Initiativen und Ideen konkret weitergeführt werden sollen.

Geplant ist unter anderem in Zukunft eine Vollzeitstelle für den Bereich Gewerbegebietsmanagement zu schaffen. Die Finanzierung solle im Doppelhaushalt 2020/2021 angemeldet werden, sagte Schweyer. Vorausgesetzt der Gemeinderat stimme zu, werde sich in Zukunft im Bereich städtische Wirtschaftsförderung „eine Person ausschließlich um das Gewerbegebietsmanagement in ganz Stuttgart kümmern“, so Schweyer.

Runder Tisch geplant

Drei Gebietskonferenzen fanden bisher in Feuerbach-Ost statt, zuletzt trafen sich im November des vergangenen Jahres rund 60 Eigentümer und Unternehmer aus dem Gebiet. Sie haben inzwischen ein Handlungsprogramm für das Gebiet erarbeitet. Als eines der Handlungsfelder kristallisierte sich das Thema „Verkehr und Mobilität“ heraus. Ende Februar soll es dazu einen runden Tisch geben. Weitere Handlungsfelder, die beackert werden sollen, sind „Energie“, „Image und Identität“, die Verbesserung der „Versorgung in dem Gebiet“ und eine „städtebauliche Aufwertung“.

Schweyer stellte den Bezirksbeiräten zudem Pläne und Gestaltungsideen für den ehemaligen Gleisbogen Borsig-/Krailenshalden-/Siegle- und Leitzstraße vor. Dort, wo bis vor einigen Jahren noch die Indus­triebahn durch das Gebiet fuhr, gibt es inzwischen Pläne vom Büro Wiedemann und Schweizer Landschaftsarchitektur. „Die Bereiche entlang des Gleisverlaufes wollen wir aufwerten“, betonte Schweyer. Bäume sollen gepflanzt, kleinere Grünflächen geschaffen, Sitzgelegenheit aufgestellt und an der Kreuzung Siegle-/Leitzstraße ein Platzbereich geschaffen werden: Dort könnte der Straßenraum verkleinert und eine „neue Mitte“ für Feuerbach-Ost entstehen, so Schweyer.

Werbeagentur hat ein Konzept für ein Standortmarketing entwickelt

Im zweiten Teilbereich an der Krailenshaldenstraße schlagen die Landschaftsplaner vor, den Bereich zu den Weinbergen zu öffnen. Sitzgelegenheiten, Grünrabatten sowie Fuß- und Radwege sollen den Gleisbogen aufwerten. Geplant sei, auf Eigentümer und Immobilienbesitzer in diesem Bereich zuzugehen, um die gestalterischen Möglichkeiten auszuloten.

Eine Agentur aus Zürich hat zudem Ideen und Konzepte entwickelt, wie die Vielfalt und Attraktivität des Gebietes besser zur Geltung gebracht werden kann. Dafür wurde auch ein auf den Standort bezogenes Werbekonzept entwickelt. Akteure aus dem Gebiet hätten bereits Interesse an dem Konzept gezeigt, meinte Schweyer. Kommenden Sommer soll nun eine weitere Gebietskonferenz stattfinden.

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