Geballter Zorn: Aggressionen sind in der Stadt immer wieder deutlich spürbar. Foto: picture alliance / dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Vorsicht, Hochspannung: Manchmal reicht ein kleiner Zündfunke, um Aggressionen auch gegen Polizeibeamte losbrechen zu lassen.

Stuttgart - Aggressionen unter Jugendlichen entladen sich auch weiterhin – wie zwei Ereignisse in der Stadt zeigen. Zwar erreichen die Angriffe keine Schlossplatz-Dimensionen, die Muster sind für die Polizei aber ähnlich. So waren am Mittwoch gegen 19.25 Uhr gleich mehrere Polizeistreifen notwendig, um auf dem Mailänder Platz in der Innenstadt eine Jugendgruppe im Zaum zu halten.

 

Die Gruppe solidarisiert sich

Der Anlass war vergleichsweise harmlos: Ein 16-Jähriger hatte am Milaneo ein Werbeschild gegen eine Scheibe gestoßen, eine Streife wollte ihn deshalb kontrollieren. Doch der wehrte sich massiv, versuchte die Beamten zu schlagen und zu flüchten. Mehrere Jugendliche solidarisierten sich. „Eine hoch aggressive Situation“, so Polizeisprecher Stephan Widmann. Mehrere Streifen mussten anrücken, um die Gruppe abzudrängen. Ein 15-Jähriger, der partout nicht gehen wollte und sich dann ebenfalls ein Gerangel mit der Polizei lieferte, wurde ebenfalls vorübergehend festgenommen. Beide sind bereits polizeibekannt. Nach einer Anzeigenaufnahme kamen sie auf freien Fuß.

Kopfstoß statt Fahrkarte

Ein paar Stunden später entzündete in einer anderen Situation ein Funke. Ein 17-Jähriger war gegen 23.15 Uhr in einer Stadtbahn der Linie U 15 in Richtung Ruhbank unterwegs – ohne Fahrticket. Als Kontrolleure ihn auf Höhe der Haltestelle Eugensplatz an einer Flucht hindern wollten, versuchte er er sich offenbar rabiat zu befreien. Die hielten ihn aber bis zur Haltestelle Ruhbank fest, wo eine Polizeistreife einschritt. Der Jugendliche gab aber nicht auf: Nach mehreren Beleidigungen versuchte er offenbar, einen Beamten mit einem Kopfstoß außer Gefecht zu setzen. Verletzt wurde zum Glück niemand. „Der Jugendliche ist bereits polizeibekannt und war zu Tatzeit alkoholisiert“, sagt Polizeisprecherin Ilona Bonn. Der 17-Jährige wurde anzeigt und dann seinen Eltern übergeben.