Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat ein Strafverfahren wegen eines versuchten Tötungsdelikts eingeleitet. Der Täter ist jedoch weiterhin unbekannt. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Ein 18-Jähriger hatte am Wochenende versucht, bei einem Streit am Bahnhof in Ludwigsburg schlichtend einzugreifen. Wie sich nun zeigt, wurde er dabei lebensgefährlich verletzt.

Ein 18-Jähriger hätte seine Zivilcourage beinahe mit dem Leben bezahlt. Wie die Polizei bereits am Wochenende mitgeteilt hatte, waren in der Nacht auf Sonntag in Ludwigsburg zwei Personengruppen gegen Mitternacht nahe des Bahnhofs in Streit geraten. Ein unbeteiligter 18-Jähriger hatte schlichtend eingreifen wollen – und wurde lebensgefährlich verletzt.

 

18-Jähriger musste operiert werden

In der ursprünglichen Polizeimeldung war lediglich davon die Rede gewesen, dass der 18-Jährige, „von unbekannten Personen aus den Gruppen verletzt worden sein soll“. Wie sich nun zeigt, war er offenbar mit einem spitzen Gegenstand angegriffen worden und musste im Krankenhaus sogar operiert werden. „Zwischenzeitlich ist er aber wieder außer Lebensgefahr“, so die Polizei. Die Staatsanwaltschaft habe nun entsprechend ein Strafverfahren wegen eines versuchten Tötungsdelikts gegen Unbekannt in die Wege geleitet.

Zur Fahndung sowie zur Spurensicherung war die Myliusstraße noch in der Nacht von 0.30 bis 3.40 Uhr zwischen der Schillerstraße und dem Bahnhof abgesperrt worden. Im Zuge der Maßnahmen ergaben sich zudem Hinweise darauf, dass es in der Nacht auch Knallgeräusche gegeben habe – möglicherweise stammten diese von einer Schreckschusswaffe. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an.

Keine Hinweise aus der Bevölkerung

Aus der Bevölkerung gingen auf den am Sonntag veröffentlichten Zeugenaufruf bislang leider keine Hinweise ein. Die Polizei geht dennoch davon aus, dass beispielsweise Anwohner der Myliusstraße oder auch Fahrgäste von Bussen, Bahnen oder Taxis am Bahnhof etwas mitbekommen haben könnten. Zudem soll es auch bereits gegen 22.30 Uhr eine erste Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen am Bahnhof gegeben haben.

Die Kriminalpolizei Ludwigsburg bittet weiterhin darum, sachdienliche Hinweise unter der Telefonnummer 0800/1100225 oder per E-Mail an hinweise.kripo.ludwigsburg@polizei.bwl.de zu melden.