Es geht rückwärts auf dem von Trump abgesteckten Weg zum Frieden in Nahost. Was den Kriegstreibern in die Karten spielt, schreibt Chefredakteur Christoph Reisinger.
Waffenruhe war der Schlüssel zur Beendigung des Krieges zwischen Israel und den Terrormilizen Hamas im Gazastreifen, Hisbollah im Libanon. Aber klar war immer: Erst dahinter fängt die Arbeit an. Umso bestürzender ist, dass den Kriegsparteien nach sieben Wochen schon die Luft ausgeht. Es kracht wieder – und an immer mehr Orten.
Die palästinensische Hamas macht keinerlei Anstalten, ihre Waffen und die Macht über den Gazastreifen abzugeben gemäß Donald Trumps 20-Punkte-Plan. Stattdessen: Ausflüchte, immer neue Bedingungen und Attacken auf israelisches Militär.
Die Hamas erfindet neue Bedingungen
Israels Regierung um Benjamin Netanjahu, vom US-Präsidenten auf den Friedensweg genötigt, nutzt diese Lage für ihre Wir-bringen-es-jetzt-zu-Ende-Agenda. Ihr aggressives Vorgehen gegen Dschihadisten in Syrien, die Schießereien im Gazastreifen und die rund 370 Menschen, die Israels Armee nach eigener Zählung seit Beginn der Waffenruhe mit dem Libanon in dem Land getötet hat, stehen für diese Entwicklung.
Die Kriegstreiber haben Oberwasser
Wie weit die Kriegstreiber hüben und drüben die Initiative zurückgewonnen haben, drückt sich im Westjordanland besonders erschreckend aus. Dort lässt es der Rechtsstaat Israel zu, dass Palästinenser mehr und mehr zum Freiwild für militante Siedler und Ultranationalisten werden.
In der Ballung all dessen wird der Weg ganz kurz. An Trump vorbei und geradewegs in den nächsten großen Krieg.