So sieht der Stuttgart Eckensee derzeit aus. Foto: Streubel

Eigentlich wird jährlich im Frühjahr das Wasser des Eckensees zwecks Reinigung abgelassen. Doch wegen des Coronavirus verschiebt sich das.

Stuttgart - Ziemlich grün und vor allem eklig schlammig ist derzeit das Wasser im Eckensee, vor allem im Uferbereich – keine gute Visitenkarte für die Stadt. Und das ist durchaus eine Gesundheitsgefahr – für Kinder, für Hunde, überhaupt für alle, die sich dort in unmittelbarer Nähe aufhält. Wer die näheren Umstände kennt, kann das in vielerlei Hinsicht nachvollziehen: Dieses künstlich angelegte Gewässer ist nicht einmal einen Meter tief, der Wasseraustausch wäre ausbaufähig. Und längst nicht alle, die da entlang gehen oder flanieren, nutzen den See vor allem zur Anschauung. Für etliche Leute ist er ein willkommener Abfallbehälter, entsprechend viel Verpackungsmüll schwimmt darum von den diversen Lebensmittel-Anbietern. Und obwohl es dort verboten ist, werden munter die Enten, Gänse und Schwäne gefüttert. Fällt es da noch ins Gewicht, dass auch die Natur ihren Anteil daran hat, indem sie den See mit Materialien belastet?

Eigentlich wird im Frühjahr gereinigt

Einmal im Jahr wird deshalb das Wasser komplett abgelassen aus dem Eckensee, bis auf einen Tümpel für die dort heimischen Tiere. Und dann wird der Boden gründlich geschrubbt und die unmittelbare Umgebung gereinigt. Üblich ist das im Frühjahr, also eigentlich jetzt. Und wahrscheinlich wäre dies jetzt schon geschehen in üblichen Zeiten. Denn jetzt kommt ja die Zeit, in der alle möglichst viel im Freien sein wollen, an einem Gewässer, das doch trotz allem etwas Kühlung verspricht mit der imposanten Wasserfontäne: Jazz Open hätte demnächst in unmittelbarer Nähe stattgefunden, die Open-Air-Nacht des Staatstheaters, das weiß glänzende Sommerfest, Fischmarkt, Weindorf . . . – da soll sich der See doch von seiner besten Seite zeigen. Doch das ist ja nun alles abgesagt in diesem Jahr.

Schichtbetrieb wegen Corona

Und wegen Corona ist auch der Reinigungsplan des Eckensees durcheinander geraten. Zuständig für diese Arbeiten ist die Betriebsstelle Schlossgarten der Wilhelma. Und damit diese Arbeit möglichst zügig erledigt wird, sind dann sämtliche Mitarbeiter dieser Stelle für diese Aufgabe gebucht, so Roland Wenk, Leiter des Stuttgarter Amts von Vermögen und Bau Baden-Württemberg. Wenk: „Das ist derzeit aber nicht möglich. Wegen Corona wird dort derzeit im Schichtbetrieb gearbeitet“.

Man wird also wohl noch etwas leben müssen mit dem ekligen Anblick am Eckensee. Und wenn die Lehre daraus wäre, dass Abfälle in die Abfallbehälter gehören und dass die Tiere dort wirklich nichts zum Gefüttert werden brauchen, wäre für künftige Zeiten ja auch schon was gewonnen.

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