Gewa-Tower in Fellbach Von Baustopp keine Spur

Von kae 

Der dritthöchste Wohnturm Deutschlands ragt in den strahlend blauen Himmel. Der Innenausbau schreitet weiter voran. Foto: Dirk Herrmann
Der dritthöchste Wohnturm Deutschlands ragt in den strahlend blauen Himmel. Der Innenausbau schreitet weiter voran. Foto: Dirk Herrmann

Der Investor Michael G. Warbanoff ärgert sich über die immer wieder kursierenden Pleite-Gerüchte.

Michael G. Warbanoff, der Bauherr des Fellbacher Gewa-Towers, ist derzeit leicht genervt, wenn er auf die aktuellen Gerüchte rund um den 107 Meter hohen Wohnturm angesprochen wird. Zuletzt kam gar die Vermutung auf, ein finanzieller Engpass plage den Esslinger Investor. Die Bauarbeiten an Deutschlands dritthöchstem Wohngebäude würden stocken, behauptete die Fellbacher Volksseele.

Gerüchte über einen Baustopp verweist Warbanoff ins Reich der Fabeln

Beides verweist der 70-Jährige mit Nachdruck ins Reich der Fabel. „Der Turm wird fertiggebaut, es wird immer weitergeschafft“, sagt Michael G. Warbanoff. Allerdings gebe es „die üblichen Baustellenprobleme“ auf dem ehemaligen Fromm-Areal. Schließlich gelte es die Interessen und Sonderwünsche von voraussichtlich 64 Wohnungseigentümern miteinander in Einklang zu bringen. Eine wesentliche Verzögerung des Baufortschritts entstünde dadurch aber nicht. Der Einweihungstermin steht zwar nicht auf den Tag genau fest, aber „Ende Frühjahr wird es schon werden“, sagt der Mann, aus dessen zweitem Vornamen (Georg) und Nachnamen (Warbanoff) sich die Bezeichnung des Gewa-Towers ergibt. Zu Beginn, so räumt er ein, habe man zwar auf einen Termin um Weihnachten 2016 herum gehofft, dies sei indes nicht haltbar gewesen.

Finanzielle Probleme könne es schon deswegen aktuell nicht geben, weil zur Teilfinanzierung eine erstrangig besicherte Anleihe im Volumen von 35 Millionen Euro ausgegeben wurde. Das mit nominal mit 6,5 Prozent verzinste Wertpapier hat eine Laufzeit bis zum 24. März 2018. Die Gewa-Anleihe ist nach einem Zwischentief im August zuletzt deutlich im Kurs gestiegen und notiert an der Frankfurter Börse.

Gerüchte gibt es auch immer wieder um mögliche Käufer der obersten Etage

Gerüchte gibt es auch immer wieder um mögliche Käufer der obersten Etage. So habe angeblich der aus Oeffingen stammende Fußballprofi Sami Khedira Interesse an der 459 Quadratmeter großen Eigentumswohnung. Michael G. Warbanoff wäre der Spieler von Juventus Turin als Käufer durchaus angenehm: „Ich würde jubeln.“ Aber obwohl Sami Khedira der kolportierte Kaufpreis von 4,5 Millionen Euro weniger Schweißperlen auf die Stirn treiben dürfte, als eine lockere Übungseinheit bei Trainer Massimiliano Allegri, ist an diesem Gerücht ebenfalls nichts dran. Beeilen sollte man sich dennoch, wenn man in Fellbachs neue Toplage einziehen und die Fernsicht über das Remstal genießen möchte. „Es gibt einen ernsthaften Interessenten“, sagt Michael G. Warbanoff. Insgesamt seien von den auf 34 Etagen verteilten Luxus-Eigentumswohnungen gegenwärtig rund zwei Drittel verkauft.

Gut zwei Jahre nach dem ersten Spatenstich feierten die Bauherren am Freitag, 9. September, mit Gästen aus Wirtschaft und Politik – darunter auch Fellbachs Oberbürgermeister Christoph Palm – das Richtfest des Gewa-Towers, der damit seine endgültige Höhe erreicht hatte. Am Mittwoch begann mit Hilfe von zwei Fahrzeugkränen der Abbau des Baukrans. Zahlreiche Fellbacher haben sich das Spektakel nicht entgehen lassen. Um neuen Gerüchten vorzubeugen: Der Lenker des Baukrans streikt nicht etwa, der Gitterkoloss wird schlicht nicht mehr benötigt.

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