Mit einer Einblendung oben an den Anzeigen hat die Bahn des getöteten Schaffners gedacht. Sonst ging der Betrieb in Stuttgart seinen üblichen Gang. Foto: Sascha Maier

Die Deutsche Bahn gedenkt am Mittwoch bundesweit des getöteten Mitarbeiters Serkan C. Am Stuttgarter Hauptbahnhof fällt die Schweigeminute allerdings nur aufmerksamen Fahrgästen auf.

Die Deutsche Bahn (DB) hat am Mittwoch bundesweit des Schaffners Serkan C. gedacht, der bei einer Auseinandersetzung bei einer Fahrscheinkontrolle in einem Regionalexpress unweit von Kaiserslautern getötet wurde. Auch am Stuttgarter Hauptbahnhof wurde eine Schweigeminute abgehalten – wobei von Stille zumindest im Gleisbereich der Züge keine Rede sein konnte.

 

Keine Lautsprecherdurchsagen zum Tod

Lediglich eine Einblendung über den Anzeigetafeln wies auf die Schweigeminute hin: „Mit einer Schweigeminute gedenken wir bei der Bahn heute um 15 Uhr dem gewaltsamen Tod unseres Kollegen Serkan C.“ Ein Hinweis durch die Lautsprecheranlagen ertönte im Bereich Hauptbahnhof-Oben um 15 Uhr allerdings nicht. Stattdessen wurden Zugverspätungen durchgesagt.

Auch der Betrieb wurde durch die Schweigeminute nicht aufgehalten – laut einem Sprecher der Bahn sei dies aber ohnehin nicht geplant gewesen. Vielmehr habe sich die Aktion an die Mitarbeitenden der Bahn gerichtet, denen man einen Moment der Einkehr ob ihres gewaltsam zu Tode gekommenen Kollegen einräumen wollte.

Tatverdächtiger in U-Haft

Serkan C. ist laut Polizeiangaben in Ausübung seiner Tätigkeit als Zugbegleiter in einem Regionalexpress in der Nähe von Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz von einem Fahrgast attackiert und am Kopf verletzt worden. Keine zwei Tage später starb er in einem Krankenhaus. Serkan C. wurde 36 Jahre alt.

Der 26-jährige mutmaßliche Täter befindet sich in Untersuchungshaft. Laut der Staatsanwaltschaft Zweibrücken schweigt er bislang zu den Vorwürfen. Der Vorfall hat bundesweit Bestürzung ausgelöst. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), Zug-Gewerkschaften und andere brachten ihre Anteilnahme zum Ausdruck.