Geräte zum Messen des Blutdrucks und andere Medizintechnik könnte in Krankenhäusern zur Neige gehen, so eine Befürchtung. (Symbolbild) Foto: dpa/Oliver Berg

Die Versorgung der Krankenhäuser mit medizinischen Produkten wie Verbänden oder Blutdruckmessgeräten sei in Gefahr, befürchtet die Geschäftsführerin des Medizintechnikverbands Medical Mountains. Der Grund dafür hat mit TÜV und Dekra zu tun.

Tuttlingen - Wegen der Corona-Krise könnte es zu einem Engpass für medizinische Produkte kommen. „Wenn nichts passiert, wird die Versorgung von Krankenhäusern in einigen Wochen in der Breite ins Wanken kommen“, sagte die Geschäftsführerin des Medizintechnikverbands Medical Mountains, Yvonne Glienke, dem „Südkurier“ (Donnerstag). „Aktuell besteht die Gefahr von Engpässen bei sehr vielen Medizinprodukten, vom Verbandsmaterial und Spritzen über Prothesen und Blutdruckmessgeräte bis hin zu Operationsrobotern.“

Der Grund dafür sei, dass staatliche und private Prüforganisationen infolge der Corona-Krise lahmgelegt seien. Mitarbeiter von Institutionen wie TÜV und Dekra arbeiteten im Home-Office. Sie könnten in vielen Fällen nicht mehr zu den Herstellern fahren, um in die Akten zu schauen oder zu prüfen, ob die Produkte den geforderten Standards entsprächen.

Wie die Zeitung berichtete, muss nach einer EU-Verordnung ein Großteil der medizintechnischen Güter in der EU bis Ende Mai 2020 neu zertifiziert werden. Geschehe dies nicht, dürften sie nicht mehr verwendet werden. „Wir brauchen einen Notfallplan, der die verbindliche Anwendung der EU-Verordnung so lange auf Eis legt, bis die Prüfinstitutionen ihre Kapazitäten wieder hochfahren können und sichergestellt ist, dass alle Medizinprodukte ohne Verzögerung auf den Markt gebracht werden können“, sagte Glienke.

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