In der Großküche des Klinikums wird das Essen für die städtischen Kitas in Stuttgart zubereitet – hier gibt es Lasagne Foto: Max Kovalenko

Gesunde Ernährung und genügend Bewegung wird schon in Kitas eingeübt. Das Gesundheitsamt der Stadt bietet allen Erzieherinnen kostenlose Fortbildungen an und ersetzt damit das bisherige Programm G’sund und g’scheit.

Stuttgart - Auf gesunde Ernährung und Bewegung legt die Stadt in ihren Kitas besonderen Wert. Nun ändert das Gesundheitsamt das bisherige Konzept mit dem Ziel, künftig mehr Kitas zu erreichen.

G’sund & g’scheit hieß das ambitionierte Programm, das in Fachkreisen sogar mit Preisen ausgezeichnet wurde. Es hat Erzieherinnen eng verzahnte Module zu Gesundheitsthemen angeboten. Der Nachteil: Wer sich um Teilnahme bewarb, musste das gesamte Programm durchziehen. Und: Die Themen orientierten sich nicht an den mitunter wechselnden Bedürfnissen der Kitas.

Im Jugendhilfeausschuss haben Mitarbeiter des Gesundheitsamts ein neues Modell vorgestellt. Das bisherige Konzept wird erweitert; die bisherigen Schwerpunkte Bewegungsförderung, Förderung sozialer Kompetenzen und ausgewogene Ernährung werden ergänzt um Themen der medizinischen Vorsorge wie Impfungen und Zahnpflege.

Die Stadt betreibt rund 180 Kitas, das Gesundheitsamt konnte aus personellen Gründen nicht alle Einrichtungen mit dem umfassenden Programm bedienen. Viele Kitas wiederum klagten, „sie bräuchten mehr Personal dafür“, sagt Michael Springer, Referent der Sozialbürgermeisterin. Nun also können Erzieherinnen an einzelnen Fortbildungen teilnehmen zu Themen wie Bewegung in der Turnhalle, Psychomotorik, Entspannungsmethoden oder Essen mit Kleinkindern. Diese Fortbildungen stehen allen Kitas kostenfrei zur Verfügung.

Wenn sich eine Kita entscheidet, eines der Themen zu vertiefen, helfen Mitarbeiter des Gesundheitsamts auch bei der Umsetzung. Außerdem geht der Newsletter „VIVO!“ an alle Kitas und steht auch den Eltern zur Verfügung, er informiert über aktuelle Themen der Gesundheitsförderung.

Susanne Keefer, die Referentin des Gesundheitsamts, stellte klar, dass das Programm dauerhaft wirken soll. Insbesondere Kleinkinder bis zum Alter von drei Jahren seien besonders lernfähig. Wie die Verwaltung in ihrer Mitteilungsvorlage ausführt, sei damit zu rechnen, dass gerade die Jüngsten eine gesunde Ernährung und die Bewegungsangebote „als selbstverständlich einüben und besser in den Alltag übernehmen können als Jugendliche und Erwachsene“.

Der Jugendhilfeausschuss befürwortete das neue Programm, das unter dem Titel Gesund aufwachsen in der Kita eingeführt werden soll und zunächst nicht mit zusätzlichen Kosten verbunden ist. Bemängelt haben die Fraktionen allerdings, dass die Mitteilungsvorlage Zahlen schuldig geblieben ist: „Wie viele Kitas machten das Programm mit?“, fragte nicht nur Städträtin Gabriele Nuber-Schöllhammer (Grüne). „Bisher haben 20 Kitas mitgemacht“, sagte Susanne Keefer.

Stadträtin Rose von Stein (Freie Wähler) kritisierte außerdem: „Das Thema ist zu stark auf Ernährung reduziert. Viele Kinder sind verschiedenen Studien nach massivem Stress ausgesetzt, so dass sogar therapeutische Begleitung nötig ist. Dieses Thema ist mindestens genau so wichtig.“

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