Gesunde Ernährung Die Mandarine mag’s gern frisch

Von Angela Stoll 

Damit Obst frisch bleibt, muss man es richtig lagern Foto: dpa
Damit Obst frisch bleibt, muss man es richtig lagern Foto: dpa

Obst und Gemüse sind gesund. Aber leider oft auch schnell verderblich. Mit der richtigen Lagerung bleiben sie länger frisch. Experten geben Tipps zur Aufbewahrung.

Augsburg - Wer auf dem Wochenmarkt eingekauft hat, stellt sich zu Hause oft die Frage: Wohin mit dem ganzen Obst und Gemüse? Experten wie Gertrud Schied vom Berufsverband der Haushaltsführenden (DHB-Netzwerk) in Augsburg antworten dann: Am besten dunkel, kühl und bei hoher Luftfeuchtigkeit.

An sich ist das Gemüsefach im Kühlschrank eine gute Option. Doch wer Südfrüchte im Korb hat, sollte die Kühlschranktür lieber geschlossen lassen. Denn Bananen, Mangos oder Zitrusfrüchte gehören da nicht hinein, sagt Schied. Bei niedrigen Temperaturen verderben Früchte wie beispielsweise Bananen zwar nicht, verlieren aber stark an Geschmack. So betont Gabi Kaufmann vom Aid-Infodienst in Bonn: „Im Kühlschrank bekommen Bananen schnell dunkle Flecken, werden fad und verlieren ihr typisches Aroma.“ Auch Ananas, Mangos und Melonen lässt man am besten bei Zimmertemperatur reifen.

Weniger empfindlich als diese Exoten sind Zitrusfrüchte, allen voran Mandarinen: „Wer davon gleich eine ganze Stiege kauft, kann sie gut in einem kühlen, dunklen Keller aufbewahren“, rät Kaufmann. Auch eine unbeheizte Speisekammer oder das Treppenhaus eignen sich als Lagerraum. Zitronen und Grapefruits sind etwas wärmeliebender und halten sich am besten bei etwa 13 Grad Celsius.

Einheimisches Obst mag es tendenziell kühl. Um Äpfel zu lagern, sind Temperaturen von null bis vier Grad optimal. Glücklich kann sich schätzen, wer einen kalten Keller hat: Manche Sorten bleiben dort mehrere Wochen lang frisch und knackig. Wichtig ist aber, die Früchte so hinzulegen, dass sie sich nicht berühren, und sie alle paar Tage zu kontrollieren: Sobald ein Apfel faulig wird, muss man ihn gleich aussortieren. Sonst breitet sich die Fäulnis schnell aus.

Birnen kann man damit nicht vergleichen. Im Laden werden sie meist unreif und hart angeboten, daheim reifen sie bei Raumtemperaturen innerhalb weniger Tage nach. Will man sie nicht gleich essen, legt man die Früchte ins Gemüsefach. „Reifen im Zimmer, lagern im Kühlschrank“ – diese Regel gilt nach Angaben des Aid-Infodienstes auch für Kiwis, Pfirsiche, Aprikosen und Pflaumen.

Bei Grünzeug ist die Sache einfacher: „Grundsätzlich lässt es sich gut im Kühlschrank aufbewahren“, sagt Kaufmann. Doch auch dort bleiben empfindliche Waren wie Pilze und Spargel nicht lange frisch: Länger als ein, zwei Tage sollte man sie nicht liegen lassen.

Als eher robust gelten dagegen Karotten, Pastinaken, Schwarzwurzeln sowie Weiß- und Rotkohl. Kartoffeln lassen sich – kühl und dunkel gelagert – sogar wochenlang aufbewahren. Ideal ist ein klassischer Keller mit Temperaturen um die sechs Grad Celsius. Beim Lagern in der Garage muss man dagegen aufpassen: Zu kalt darf es nicht werden. Bei Frost wird die Stärke nämlich in Zucker umgewandelt, so dass die Kartoffeln unangenehm süß schmecken.

Einen Sonderstatus hat Fruchtgemüse – dazu zählen Tomaten, Paprika, Zucchini, Bohnen, Auberginen, Gurken und Kürbisse. All diese Sorten reagieren nämlich empfindlich auf Kälte. Optimal sind für sie Temperaturen zwischen etwa sieben und zehn Grad. Sie überleben aber auch ein paar Tage in den wärmeren Regionen des Kühlschranks.

Doch auch für alle kälteempfindlichen Sorten gilt: „Sobald eine Frucht angeschnitten ist, gehört sie in den Kühlschrank“, sagt Kaufmann. Bei Zimmertemperatur kann sie sonst rasch verderben, weil Schimmelpilze und Bakterien dann leichtes Spiel haben.

Und was macht man mit der Verpackung, die inzwischen fast alle Supermarkt-Früchte umhüllt? Alles auspacken? „Wenn es sich um eine luftige Tüte oder Verpackung handelt, muss das nicht sein“, sagt Kaufmann. „Wichtig ist aber, die Früchte darin zu kontrollieren.“ Sie dürfen nämlich keine Schadstellen haben: Verpackt vergammeln sie sonst noch schneller.

Obst und Gemüse ist dann am gesündesten, wenn es frisch ist. Je länger es lagert, desto weniger Nährstoffe enthält es. Spinat verliert einer US-Studie zufolge sein Vitamin C sogar komplett, wenn man ihn vier Tage bei 20 Grad aufbewahrt. Den Kopf braucht man sich deshalb aber nicht zu zerbrechen: „Es ist immer noch besser, Gemüse mal fünf Tage im Kühlschrank liegen zu lassen, als es stundenlang totzukochen“, sagt Kaufmann. Ansonsten lautet ihr Rat: Öfters kleine Mengen Gemüse und Obst kaufen und bald essen.

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