Justitia Foto: dpa

Zum Prozessauftakt hat ein Mann in Heidelberg gestanden, seinen Vater brutal ermordet zu haben.

Heidelberg - Ein 39 Jahre alter Mann hat zu Beginn eines Prozesses wegen brutalen Vatermordes die Tat gestanden. "Ich fasste den Plan, meinen Vater mit einem Hammer zu erschlagen", hieß es in einer Erklärung des angeklagten Sohnes, die der Verteidiger zum Prozessauftakt am Montag vor dem Landgericht Heidelberg verlas. "Ich wollte ihn nicht quälen, sondern schnell töten."

Als Grund gab der 39-Jährige an, seinen Vater als Schuldigen für sein eigenes und das Schicksal seiner Familie gesehen zu haben. Sein Leben sei gescheitert gewesen, er habe deswegen seinen Vater und anschließend sich selbst umbringen wollen. Nach der Tötung seines Vaters habe er aber sein Erinnerungsvermögen verloren und dieses erst bei der Polizei wiedererlangt, erklärte der Angeklagte in dem vor Gericht verlesenen Schreiben weiter. Zugleich bedauerte er die Tat: "Ich habe Schuld auf mich geladen, die ich mir nie vergeben kann."

Der Angeklagte aus St. Leon-Rot wird beschuldigt, seinen 59-jährigen Vater mit Benzin übergossen und bei lebendigem Leib angezündet zu haben. Unter Vortäuschung einer Autopanne hatte der Beschuldigte seinen Vater laut Anklage am 22. Juli 2009 im Industriegebiet von Malsch (Rhein-Neckar-Kreis) aus dem Auto gelockt und ihn mit mehreren Hammerschlägen auf den Kopf niedergestreckt. Der Vater habe zwar versucht, vor seinem Sohn zu flüchten. Doch der 39-Jährige sei ihm gefolgt, habe ihn mit Benzin überschüttet und angezündet.

Danach sei er mit seinem Auto direkt zur Polizei nach Wiesloch gefahren, um sich zu stellen. Obwohl der Vater sofort behandelt wurde, erlag er wenig später seinen schweren Verbrennungen. Für den Prozess sind vier Verhandlungstage angesetzt.

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