Lotsen Navigations-Apps Autofahrer in Plieningen in die Falle? Die meisten nicht, manche aber schon, hat ein Test ergeben. (Symbolfoto) Foto: imago/Bihlmayerfotografie

Nicht alle Apps umgehen die gesperrte Scharnhauser Straße in Plieningen. Akzeptiert die Verkehrsüberwachung das als Ausrede?

Der Blitzer-Marathon an der Scharnhauser Straße in Plieningen ging am Mittwoch in die nächste Runde. Wieder wurden in dem seit Mai gesperrten Straßenabschnitt zahlreiche Fahrzeuge kontrolliert, die die ehemalige Direktverbindung nach Ostfildern weiterhin als Schleichstrecke missbrauchen. Allerdings weisen auch noch einige Navigationsdienstleister die Straße als befahrbar aus.

 

Schon beim Start der Schwerpunktkontrolle durch das Ordnungsamt und die städtische Polizeibehörde am Montagvormittag wollten sich einige Autofahrer mit dem Hinweis auf ihr Navi herausreden. Dass das nicht klappen kann, müsste eigentlich jedem klar sein: Die Verantwortung, die Verkehrsregeln einzuhalten, liegt immer beim Fahrer.

Wir haben trotzdem einen Blick auf diverse Navigations-Apps geworfen, um zu überprüfen, welche Applikationen den zwischen Ortsausgang Plieningen und Abzweigung Kemnat für den motorisierten Verkehr gesperrten Straßenabschnitt auch mehr als zwei Monate nach vollzogener Sperrung als mögliche Route ausweisen. Das Ergebnis ist bemerkenswert: Von sieben getesteten Navigations-Apps führen immerhin drei den Autofahrer, der von Plieningen nach Kemnat unterwegs ist, über die Scharnhauser Straße.

Diese Apps wurden im Test berücksichtigt

  • Google Maps
  • TomTom
  • Here we go
  • Kurviger
  • Magic Earth
  • Yandex
  • Sygic

Das Navi, das im Fahrzeug eingebaut ist, mit dem wir unterwegs waren, fiel als erstes durch die Prüfung. Allerdings könnte das auch an einem noch nicht durchgeführten Update liegen. Also geschenkt.

Google Maps zeigt sich hingegen verlässlich: Ausgehend von der Plieninger Ortsmitte navigiert der Dienstleister den Fahrer über die neue Südumfahrung nach Ostfildern-Kemnat. Sieben Kilometer ist die Strecke lang. Über die gesperrte Straße wären es zwei Kilometer weniger. Alternativ schlägt Google Maps die Strecke über Birkach und Riedenberg oder über die Mittlere Filderstraße vor.

Nicht alle der getesteten Apps berücksichtigen die Sperrung, die seit mehreren Wochen besteht. Foto: Torsten Schöll

Die Navi-Apps TomTom, Here we go und Kurviger, eine Applikation für Motoradfahrer, sind ähnlich verlässlich und umgehen die gesperrte Straße. Nicht so Magic Earth, Yandex und die viel benutzte Navi-App Sygic. Wer diese Navigationssysteme am Mittwoch verwendet hat, wurde direkt in die Verkehrskontrollen geleitet und natürlich dann auch geblitzt. Ein Hinweis auf den Fehler in den Apps schützt vor der hohen Geldbuße jedoch nicht – es gelten die Verkehrszeichen.