Wie unterschiedlich ticken Männer und Frauen? Foto: Armin Weigel/dpa

Heute müssen sich Männer mehr um sich kümmern, um mit Frauen mithalten zu können. Dabei gibt es viele Gründe, warum die „Herren der Schöpfung“ mehr an sich und ihre ureigensten Fähigkeiten glauben sollten.

Aachen/Stuttgart - Jetzt ist es amtlich: Entgegen eines weit verbreiteten Vorurteiles sind Frauen beim Multitasking nicht besser als Männer. Das haben Forscher der RWTH Aachen jetzt herausgefunden. Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler 48 Frauen und ebensoviele Männer Zahlen- und Buchstabentests machen lassen.

Das Ergebnis: Mussten sie zwei Aufgaben gleichzeitig erledigen, arbeiteten beide Geschlechter langsamer und ungenauer, wie die Gruppe um Patricia Hirsch in der Fachzeitschrift „Plos One“ schreibt. Ein Unterschied zwischen den Geschlechtern war nicht feststellbar.

Die Herren der Schöpfung haben’s schwer

Warum die Herren der Schöpfung dennoch nach landläufiger Meinung bei der Fähigkeit, die Anforderungen mehrerer Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen, angeblich den Kürzeren ziehen, hat – unter anderem – mit ihrer schweren Kindheit zu tun. Ein Überblick:

Männer und Kindheit

Alleinerziehende Mutter, aufgewachsen im Problemviertel, schlechte Schulbildung: Jungen reagieren anscheinend empfindlicher auf soziale Nachteile als ihre Schwestern, wie amerikanische Forscher der Northwestern University gezeigt haben.

Sie studierten Daten von mehr als einer Million Kinder, die in Florida geboren wurden und kamen zum Schluss: Der Einfluss des Umfelds nach der Geburt mündet bei Jungen im Vergleich zu Mädchen in schlechteren Schulnoten, Lernschwächen, auffälligerem Verhalten und höherer Straffälligkeit im Jugendalter.

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Männer und Übergewicht

Die meisten Männer in Deutschland gehen nur im Notfall zum Arzt und sind Vorsorgemuffel. Rund 21 Prozent von ihnen nutzen die Chance zur Früherkennung von Krankheiten – bei Frauen sind es 30 Prozent. Dabei leben Männer oft ungesünder. Rauchen, Alkohol, Übergewicht und Stress können etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind 62 Prozent der erwachsenen Männer in Deutschland übergewichtig. 18 Prozent der Männer sind fettleibig. Der Anteil der übergewichtigen Männer ist seit Jahren stabil. Auch bei der letzten Erhebung 2013 waren es bei den Männern 62 Prozent. Der Anteil übergewichtiger Frauen lag 2017 wie auch 2013 mit 43 beziehungsweise 44 Prozent deutlich niedriger.

Der Anteil der Übergewichtigen steigt mit zunehmendem Alter, wie die Statistiker berichteten. Mehr als 70 Prozent der Männer ab 55 Jahren waren 2017 übergewichtig. Im Vergleich dazu lag der Anteil bei den 20- bis 25-jährigen Männern nur bei 33 Prozent.

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Männer und Psyche

Frauen sind dem DAK-Psychoreport zufolge fast doppelt so häufig von psychischen Erkrankungen betroffen und deshalb fast doppelt so oft krankgeschrieben wie Männer. Das bedeutet aber nicht, dass Männer weniger seelische Probleme hätten. Nur: Viele Männer gestehen es sich nicht ein schwach zu sein.

Symptome einer Depression oder eines Burn-outs würden häufig nicht diagnostiziert und deshalb unzureichend behandelt, warnt die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN).

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Männer und Glücksspiel

Wer gewinnt das nächste Fußballbundesligaspiel? Vor allem junge Männer glauben, das voraussagen zu können. Und sie haben daher ein besonders hohes Risiko, süchtig nach Sportwetten zu werden. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) „Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht in Deutschland“.

Demnach nehmen Männer etwa fünfmal häufiger an Sportwetten teil als Frauen. Bei Live-Wetten tippen sie sogar achtmal häufiger als das andere Geschlecht.

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Männer und Lebenserwartung

Die Lebenserwartung von Männern in Deutschland beträgt derzeit im Schnitt 79,1 Jahre – fünf Jahre weniger als bei Frauen (84,1 Jahre) .

Eine der Ursachen: Männer haben deutlich mehr Unfälle als Frauen (die meisten in der Freizeit), weil die Bereitschaft, Risiken einzugehen, deutlich größer ist.

Leistung, Härte und Kontrolle – das gehört nach wie vor bei vielen zur traditionellen Männerrolle, die der BZgA zufolge die Fürsorge für die eigene Gesundheit verhindert. Dies begünstige auch die Bereitschaft, Risiken einzugehen.

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