Thomas Mann lebt gern in der Ortsmitte. Foto: Chris Lederer

„Ich könnte in Hausschuhen in die Kirche laufen“, sagt der Pfarrer Thomas Mann und lacht. Sein Arbeitsplatz ist die Johanneskirche, nur einen Steinwurf vom Pfarrhaus entfernt.

Stammheim - Ich könnte in Hausschuhen in die Kirche laufen“, sagt Pfarrer Thomas Mann und lacht. Sein Arbeitsplatz ist die Johanneskirche, nur einen Steinwurf vom Pfarrhaus entfernt. Dort wohnt er mit seiner Frau seit zwei Jahren. Das Gebäude, erbaut 1527, steht unter Denkmalschutz, es sei „wohl das älteste Wohnhaus in Stammheim“, vermutet Thomas Mann.

Im Ortskern zu wohnen, gefällt dem Geistlichen: „Jeder Ort braucht eine Mitte, so wie jeder Mensch eine Mitte braucht.“ Am Kirchplatz sei oft etwas los: Mütter kommen mit ihren Kindern, die Kleinen spielen am Brunnen, freitags ist Trubel am Markttag, Jugendliche kommen zum Kicken oder treffen sich am Wochenende zum Vorglühen. „Für Anwohner nicht immer ein Vergnügen“, sagt der Pfarrer.

Auf dem Kirchplatz gilt ein Parkverbot, für den Pfarrer ein Segen. Menschen sind ihm lieber. „Autos nehmen in unserer Gesellschaft oft einen viel zu breiten Raum ein“, sagt Thomas Mann. Den Führerschein hat er nicht, ein Augenleiden hat seine Sehkraft auf zehn Prozent verringert. „Ich fahre gern auf dem Tandem mit und sammle Alpenpässe.“ Ansonsten joggt er oder geht zu Fuß durch Stammheim. Oft schallt ihm dann ein „Grüß Gott, Herr Pfarrer“ entgegen. „Leider erkenne ich die Leute nicht immer auf Anhieb und muss fragen: Wer grüßt denn da so nett?“

Ein Teil der Korntaler Straße gehört zu seinem Seelsorgebezirk. An der Schule unterrichtet Thomas Mann Religion und steht ansonsten als geschäftsführender Pfarrer in der Verantwortung. Und geht er rüber in die Kirche, dann tut er dies freilich nicht in Hausschuhen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: